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Wettbewerb "Best Innovator" Die innovativsten Firmen des Jahres

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Cewe Color

In den vergangenen beiden Jahren hat BMW es so geschafft, den Verbrauch der Fahrzeuge stärker zu senken als jeder andere europäische Autobauer. Beim CO2-Ausstoß kommen die Bayern auf einen Flottenwert von 156 Gramm pro Kilometer: „Damit unterbieten wir auch europäische Volumenhersteller“, sagt Otterbach. Ausschlaggebend für die „Best Innovator“-Juroren waren auch der Ausstieg des Autoherstellers aus der Formel 1 und die erfolgreiche Entwicklung des elektrisch angetriebenen Mini E. Neue Motoren und Getriebe, Bremsenergierückgewinnungssysteme und Start-Stopp-Techniken, die den Motor bei roter Ampel abschalten, senken auch bei Autos mit herkömmlichem Antrieb den Verbrauch. „Aktuell beschäftigen wir uns mit der Nutzung der Abgaswärme zur Stromgewinnung mittels eines thermoelektrischen Generators“, verrät Otterbach. 

Auch beim Energieversorger EWE aus dem niedersächsischen Westerstede geht es um Verbrauchsoptimierung. „Wir verstehen uns als Dienstleister, der Netzbetrieb, Telekommunikation und Software miteinander kombiniert“, sagt Jörg Hermsmeier, Abteilungsleiter Forschung und Entwicklung. „Unser Ziel ist die Verbesserung der Effizienz.“ Kernstück des Konzepts ist ein digitaler Stromzähler, der mehr kann, als Kilowattstunden zu registrieren. Mit der EWE-Box kann der Verbraucher erkennen, welches Gerät wann wie viel Strom verbraucht. „Erst wenn der Kunde über diese Informationen verfügt, kann er den Verbrauch steuern“, sagt Hermsmeier. Oder steuern lassen – sofern er in nicht allzu ferner Zukunft über intelligente Geräte verfügt. Dann schaltet sich der Kühlschrank – im Dialog mit der EWE-Box – nur ein, wenn Strom billig ist. Wann das ist und wo man ihn bekommt, weiß die Box aus dem Internet. 400 Zähler sind verkauft, jetzt geht der Kasten in den Praxistest.

Der US-Chiphersteller Intel, auch eines der für nachhaltiges Innovationsmanagement ausgezeichneten Unternehmen, liefert für solche Zukunftslösungen die passende Elektronik. „Innovation ist für uns lebensnotwendig“, sagt Frank Lafos, Innovationsmanager für Zentraleuropa. „Wir verstehen uns als Treiber der IT-Industrie.“ Nach wie vor gilt die intern als Moore’sches Gesetz bezeichnete Vorgabe von Firmengründer Gordon Moore als Triebfeder für die Intel-Entwickler: In jeweils zwölf Monaten muss sich die Zahl der Transistoren auf der gleichen Fläche verdoppeln – so werden die Bauteile immer kleiner und leistungsfähiger.

Atom-Chips bringen das Internet ins Auto

Derzeit letzter Stand der Miniaturisierung ist der sogenannte Atom-Chip. Der ist so winzig, dass er in jedes noch so kleine Handy passt und dieses aufgrund seiner Rechenleistung zum vollwertigen Laptop mit Internet-Anschluss macht. Entwickelt werden solche Bauteile von den mehr als 800 allein in Europa beschäftigten Intel-Ingenieuren in enger Abstimmung mit den Kunden: „So schaffen wir uns selbst einen Markt und sichern den wirtschaftlichen Erfolg ab“, sagt Lafos. Die nächsten Kundengruppen stehen schon fest: Maschinenbau und Automobilbranche. Daimler und BMW etwa werden die nächste Generation ihrer Luxuskarossen mit Atom-Chips ausstatten und damit das Internet ins Auto holen.

Verglichen damit ist der aus Finnland stammende Preisträger UPM eher bodenständig: Das Forst- und Papierunternehmen gehört zu den größten Zellstoffherstellern und produziert Papier, betreibt aber auch Wasserkraftanlagen und erzeugt Biobrennstoffe oder Verbundmaterialien. Daraus haben sich ganz neue Geschäftsfelder ergeben: Profi zum Beispiel, ein Material, das aus Holz und Kunststoff besteht. Zu Profilen gepresst, ist es eine Alternative zu Holzbohlen für Terrassen und Balkone. Als besonders nachhaltig im Vergleich etwa zu Tropenholz eingestuft wird das Material aufgrund seiner Inhaltsstoffe: UPM nutzt dafür Abfälle einer anderen Produktlinie – Profi besteht aus dem Verschnitt von Klebeetiketten.

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