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WPP-Chef Sorrell "Wir sind Freund und Gegner"

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Wann hoffen Sie, am Ziel zu sein?

Im Moment wächst der Umsatzanteil aus den Schwellenländern um rund ein Prozent im Jahr – in sechs Jahren wären wir dann bei einem Drittel. Derzeit glaube ich allerdings, dass die digitalen Medien, die im Moment etwa ein Viertel zu unserem Gesamtumsatz beitragen und derzeit ebenfalls um etwa ein Prozent im Jahr zulegen, schneller wachsen könnten.

Warum?

Umfragen zeigen, dass die Verbraucher schon mindestens 20 Prozent ihrer Zeit im Internet verbringen – möglicherweise sind es sogar noch mehr, es könnten 25 bis 30 Prozent sein, darauf deuten jedenfalls manche Erhebungen hin. Derzeit geben die Verbraucher nur bis zu 13 Prozent ihrer Budgets online aus. Es besteht eine Art natürlicher Anziehungskraft, die bewirkt, dass dieser Wert auf 20 Prozent steigen dürfte.

Welche Chancen geben Sie den elektronischen Medien?

Ich sehe auf der einen Seite die alten Medien, dazu rechne ich Zeitungen und Magazine, aber auch kostenloses Fernsehen und Radio. Sie alle stehen unter Druck. Die neuen oder digitalen Medien – also Video-Inhalte im Internet und Computer- beziehungsweise mobile Medien – stehen weit weniger unter Druck und wachsen sogar. Aus meiner Sicht sind die Grenzen zwischen digitalen und nichtdigitalen Medien allerdings fließend.

Ist der Kindle ein Buch oder ein digitales Produkt?

Es ist beides.

Ist eine Zeitung, die ich auf meinem Kindle lese, ein traditionelles oder ein digitales Medium?

Ein anderes Beispiel. In meinem Badezimmer habe ich einen sogenannten Gnome, das ist so eine kleine Box, die vom Satellitensender Sky-TV den Ton digital abzapft. Nun sagen Sie mir: ist das nun Radio, Fernsehen oder ein digitales Medium?

Sie haben mal gesagt, vor allem das elektronische Lesegerät Kindle habe ein riesiges Potenzial für Werbung, unklar sei nur der Zeithorizont. Was schätzen Sie – wie lange wird es dauern?

Ich weiß es wirklich nicht. Ich liebe meinen Kindle zwar nicht ganz so sehr wie meinen BlackBerry, aber fast so sehr. Man kann E-Mails empfangen und senden, Zeitungen herunterladen, irgendwann wird das auch in Farbe möglich sein, man wird ihn einrollen und die elektronischen Seiten umblättern können. Aber alles das braucht eine Weile.

Wie kann die Werbeindustrie die Verbraucher künftig besser erreichen?

Das iPhone, Smartphones, die neue Google Android-Software und das neue Google-Telefon – all das verändert das Verhalten der Menschen, und die Werbebranche muss sich darauf einstellen. In Deutschland hatten wir eine phänomenal erfolgreiche Kampagne, bei der Kunden per SMS darauf hingewiesen wurden, dass es schneite und es an der Zeit war, sich Winterreifen zu besorgen. Aber alles in allem ist es enttäuschend, dass die mobile Werbung bisher noch keinen echten Durchbruch erzielt hat.

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