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Wulf Bernotat im Interview "Wie ein Mikadospiel"

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Sie wollen auch mit dem europäischen Branchenführer, der französischen EdF, ein Projekt angehen. EdF kündigte an, beim Atomkraftwerk Penly in der Normandie zusammen mit E.On in den Bau eines Reaktorblocks zu investieren. Warum arbeiten Sie plötzlich mit EdF zusammen?

Durch die Übernahme von Teilen des spanischen Versorgers Endesa ist E.On heute auch auf dem französischen Markt präsent. Und natürlich sondieren wir jetzt alle Optionen zur weiteren Entwicklung. Zu diesen Optionen gehört selbstverständlich auch die Kernenergie. Außerdem befinden wir uns schon seit vielen Jahren mit EdF in Gesprächen zur Beteiligung an französischen Neubauprojekten, zuletzt beim Projekt Flammanville. Somit sind die aktuellen Gespräche eine Fortführung dieses Dialogs, jetzt aber unter den neuen Vorzeichen unseres Markteintritts in Frankreich.

Das E.On-Reich wirkt überdehnt. Ihre sibirische Kraftwerksbeteiligung OGK-4 liegt 6000 Kilometer von Ihrer Zentrale entfernt. Ist es nicht waghalsig, so weit entfernt Kraftwerke zu kaufen?

In den USA werde ich von den Analysten immer gefragt, ob sich der Einstieg beim sibirischen Stromproduzenten OGK-4 gelohnt hat oder ob er zu teuer war. Wir sind überzeugt, dass es sich auszahlen wird, aber ein Jahr nach einem solchen Investment kann das noch gar nicht sichtbar werden. Der russische Markt muss erst noch vollständig liberalisiert werden. Vor sehr vielen Jahren hat ein Tochterunternehmen der damaligen Veba einen kleinen Anteil der schwedischen Stromwirtschaft erworben, heute gehört uns eines der größten schwedischen Energieunternehmen zu 100 Prozent. Genauso möchte ich, dass vielleicht in 10 oder 15 Jahren einmal meine Nachfolger sagen: Der Einstieg in den russischen Strommarkt war eine goldrichtige Entscheidung von Wulf Bernotat.

Seit sieben Jahren stehen Sie an der Spitze von E.On...

...aha, also im verflixten siebten Jahr, meinen Sie...

...im Mai 2010 läuft Ihr Vorstandsvertrag aus. Wollen Sie verlängern?

Darüber entscheidet der Aufsichtsrat.

Wann?

Zum gegebenen Zeitpunkt.

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