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Zerschlagungs-Spekulationen Hält TUI-Chef Frenzel dem Dauerfeuer des Tankerkönigs stand?

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Der Tankerkönig, der seit September gut fünf Prozent der TUI-Anteile hält, will die von Frenzel geplante Verschmelzung von Holding und Reederei verhindern und stattdessen eine Abspaltung der Schifffahrt durchsetzen. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir die dazu nötige Mehrheit haben werden“, lässt er über Front-Line-Geschäftsführer Tor Olav Troim verbreiten. Analysten halten das aufgrund der Mehrheitsverhältnisse für wenig wahrscheinlich. Auch Frenzel ist sicher, dass er sich auf der Hauptversammlung am 7. Mai auf seine Verbündeten verlassen kann: Neben den RIU Hotels gehören dazu die spanische Bank CAM, das marrokanische Geldinstitut CDG und die S-Group Travel Holding des russischen Unternehmers Alexej Mordaschow mit jeweils gut fünf Prozent.

Hinzu kommt, dass der von Fredriksen geforderte „Spin-off zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt keinen Sinn macht, weil es den Aktionären keinerlei Vorteile brächte“, wie es aus Konzernkreisen heißt. Im Gegenteil: Der Plan wäre „rechtlich äußerst schwierig umzusetzen“, glaubt auch UniCredit-Analyst Obst. Zum einen, weil die Schiffe bei der TUI AG bilanziert sind und nicht bei der Tochter. Zum anderen, weil die Bedingungen mehrerer Konzern-Anleihen das verbieten. Last but not least müsste eine aus dem Konzern herausgelöste Hapag-Lloyd auch einen Teil der Verschuldung übernehmen. „Das würde die neue Gesellschaft und deren Aktienkurs stark belasten und sie sofort zum Übernahmekandidaten machen“, so ein Insider.

Möglich, dass Fredriksen genau das im Sinn hat, um die Ertragsperle zum Spottpreis zu übernehmen. Fachleute wie Peter Wörnlein, Schifffahrtsexperte der „DVZ Deutsche Logistik-Zeitung“ aus Hamburg, halten das aber für „extrem unwahrscheinlich, weil die beiden Geschäftsfelder nichts miteinander zu tun haben und keine Synergien zu erwarten sind“. Auch die vor Jahren schon mal von Oetker in die Diskussion gebrachte Fusion von Hapag-Lloyd mit der eigenen Reederei Hamburg-Süd ließe sich heute kaum noch realisieren: „Nach der Übernahme von CP Ships wäre das ein zu dicker Brocken“, meint Wörnlein.

Noch unrealistischer ist die von Großspediteur Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel) geforderte „deutsche Lösung“ unter Führung Hamburgs. Danach soll der Stadtstaat deutsche Investoren zusammenbringen, die dann die Mehrheit von Hapag-Lloyd übernehmen könnten. Den Vorstoß des vor Jahren aus Steuergründen in die Schweiz geflüchteten Unternehmers nimmt keiner ernst. „Purer Populismus“, so ein Hapag-Lloyd-Manager, „und wenig glaubhaft, dass jemand nach dem Staat ruft, der Deutschland wegen des zu großen staatlichen Einflusses verlassen hat.“

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    Schifffahrtsexperte Wörnlein sieht nur einen Partner, der gut zu Hapag-Lloyd passen würde: Neptune Orient Lines (NOL), eine der zehn größten Containerreedereien der Welt. Das mehrheitlich der Staatsholding Temasek aus Singapur gehörende Unternehmen wurde in den vergangenen Wochen immer wieder als Käufer gehandelt. „Die haben genug Geld, die Fahrtgebiete würden sich ergänzen“, sagt Wörnlein. Auch menschlich könnte es passen: Im Board-of-Directors sitzen mit Friedbert Malt, Thomas Held und Peter Wagner drei in Deutschland gut vernetzte Manager. „Im Moment ist das Spekulation, aber wenn jemand uns vier Milliarden für Hapag-Lloyd bietet, kann das ganz schnell gehen“, bestätigt ein TUI-Insider solche Überlegungen.

    Wenn das passiert, wäre die TUI wieder das, was Chefstratege Frenzel – zumindest früher – immer wollte: ein Touristikkonzern. Mit gar nicht mal schlechten Perspektiven: 2008 verspricht ein Superjahr zu werden, TUI-Travel-Chef Long hat seinen Laden gut im Griff. Und nachdem das Bundeskartellamt grünes Licht für das Joint Venture mit dem Kreuzfahrtunternehmen Royal Caribbean Cruises gegeben hat, kann die TUI auch im lukrativen Geschäft mit den Urlauber-Kähnen mitmischen. Bliebe die Baustelle TUIfly. Offiziell hält Frenzel zwar an dem Ziel fest, seine Airline mit der Lufthansa-Tochter Germanwings zu verschmelzen. Ob es dazu kommt, ist aber fraglich. „Die Lufthansa kommt immer mehr zu dem Schluss, dass es besser wäre, ihre Expansionspläne allein zu verwirklichen“, sagt ein Experte aus dem Veranstalterumfeld. Die TUI könnte damit notfalls leben. Die Kapazitäten von TUIfly wurden so heruntergefahren, dass sich die Flugzeuge mit Gästen der eigenen Veranstalter füllen lassen. Hinzu kommt: Hat Air-Berlin-Chef Joachim Hunold erstmal den Kartellamt-Segen für sein Zusammengehen mit Condor, braucht der Markt vielleicht wieder einen weiteren Player als Korrektiv. Spekulationen – aber auch da könnte es sehr schnell gehen.

    Nur – was wird dann aus der TUI-Holding in Hannover und deren Chef Frenzel? Das Touristikgeschäft wird von London aus gelenkt, der Chefposten ist besetzt, eine Doppelspitze mit einem Oberchef wäre überflüssig. Wie gesagt, nur Spekulation.

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