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Zu wenig Innovationen Neuer HP-Chef hat einige schwere Brocken vor sich

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Hp-Gründer Packard (links) Quelle: AP

Marktbeobachter glauben jedoch, dass externe Kandidaten größere Chancen haben – und damit größere Änderungen bei HP zu erwarten seien. Einer der möglichen Anwärter wäre zum Beispiel Steve Mills, der bei IBM das Softwaregeschäft zu einer wahren Goldmine ausbaute. HP hat auf diesem Feld noch Nachholbedarf. IBM erzielte mit Software im Jahr 2009 einen Vorsteuergewinn von 8,1 Milliarden Dollar, was fast 45 Prozent des Konzern-Vorsteuergewinns entsprach. Bei HP steuerte Software im Geschäftsjahr 2009 dagegen gerade mal knapp sieben Prozent zum operativen Gesamtgewinn bei. Käme Mills zum Zuge, dürfte er versuchen, das Softwaregeschäft von HP zu einer vergleichbaren Gelddruckmaschine auszubauen.

Eines der Megathemen der IT-Branche der nächsten Jahre ist das sogenannte Cloud Computing, also die Bereitstellung von Software über das Internet. Dafür benötigen die Anbieter starke Rechen- und Datenspeicherzentren. Deshalb gilt Joe Tucci, Chef des Datenspeicherspezialisten EMC, als einer der Anwärter auf den HP-Chefsessel. Doch Tucci, so erfolgreich er EMC durch die Krise gebracht hat, ist schon 62 Jahre alt und liebt das Leben an der US-Ostküste. Vielleicht kommt der Hurd-Nachfolger aber trotzdem von EMC, beispielsweise in Gestalt des fürs operative Geschäft verantwortlichen Patrick Gelsinger. Bevor dieser im September 2009 zu EMC wechselte, war er lange Jahre Cheftechnologe des Chipherstellers Intel. Das macht ihn zum versierten High-Tech- und Silicon-Valley-Insider – bei einem Alter von 49 Jahren.

"Schlechteste Entscheidung, seit Apple Steve Jobs feuerte"

Als weitere mögliche Kandidaten von außen gelten Tim Cook, die Nummer zwei hinter Steve Jobs beim iPad- und iPhone-Konzern Apple, sowie Ned Hopper, Nummer zwei beim Netzwerkgiganten Cisco. Cook stünde in den Augen von Analysten für einen Ausbau des Geschäfts mit Endkundengeräten und Smartphones – eine Sparte, die auch Vorgänger Hurd durch den Kauf des Mobilfunkgeräteherstellers Palm auf dem Radar hatte. Hopper würde dagegen wohl vor allem das Netzwerkgeschäft vorantreiben, hier hatte Hurd mit dem Kauf von 3Com schon für Verstärkung gesorgt.

Zunächst müssen Andreessen und die anderen neun Mitglieder des HP-Aufsichtsrats allerdings erst einmal ihre eigene Reputation wieder herstellen – und Vorwürfe entkräften, mit dem erzwungenen Rücktritt von Hurd töricht gehandelt zu haben. Besonders Larry Ellison, der Gründer und Chef des Wettbewerbers Oracle, hält mit Kritik an der aus seiner Sicht unfairen Behandlung des Spitzenmanagers nicht hinter dem Berg. „Der Aufsichtsrat von HP hat die schlechteste Personalentscheidung getroffen, seit die Idioten im Apple-Aufsichtsrat vor Jahren Steve Jobs feuerten“, ätzte Ellison in einer E-Mail an die „New York Times“ über den überraschenden Rauswurf von Hewlett- Packard-Chef Mark Hurd wegen vermeintlicher Schummelei bei einer Spesenabrechnung für die amerikanische Sexfilm-Darstellerin Jodie Fisher. Die beiden Männer kennen sich noch aus der Zeit, als Hurd beim Bankautomatenhersteller NCR Karriere machte. Hurd spielt ab und zu Tennis auf Ellisons Anwesen.

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