US-Bank investiert Goldman-Chef Lloyd Blankfein setzt wieder auf Anleihen

Gute Nachricht für die Bondhändler von Goldman Sachs: Kunden gehen wieder größere Wetten ein. Davon profitiert auch die Deutsche Bank.

US-Bank Goldman Sachs setzt wieder auf Anleihen Quelle: Reuters

FrankfurtDas Herz von Goldman Sachs verbirgt sich hinter der Abkürzung FICC. Die vier Buchstaben stehen für Fixed Income, Currencies und Commodities, oder auf Deutsch, den Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen.

In den Hochzeiten sorgte die Sparte für mehr als die Hälfte der Einnahmen des Wall-Street-Hauses. Doch in den vergangenen Monaten schlief der Markt ein. Die Kurse dümpelten vor sich hin, und die Kunden hatten keine Lust größere Wetten einzugehen.

Das hat sich mit den heftigen Ausschlägen am Bondmarkt im Februar gründlich geändert. Die Volatilität ist zurück und damit auch das FICC-Geschäft. Zumindest scheint Goldman bereit, wieder in die einstige Vorzeigesparte zu investieren.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein sieht die Weltwirtschaft auf einem robusten Wachstumspfad. Verbraucher und Investoren seien zuversichtlicher und vor allem wieder aktiver. „Vor diesem Hintergrund wäre es aus meiner Sicht strategisch nicht klug die Chancen, die sich ergeben zu verpassen. Tatsächlich haben wir gerade mehr Kapital zur Verfügung gestellt, weil wir attraktivere Möglichkeiten sehen“, sagte Blankfein auf einer Investorenkonferenz mit Blick auf das FICC-Geschäft.

Die Experten des britischen Researchhauses Coalition prognostizieren laut der Zeitung „Financial Times“, dass die Handelserträge für die größten Investmentbanken im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um zehn bis 15 Prozent steigen könnten. Allerdings nur, wenn die Volatilität anhält, die Kursschwankungen aber gleichzeitig nicht so heftig werden, dass die Investoren ihre Aktivitäten verängstigt wieder einstellen.

Im vergangenen Jahr waren die Einnahmen aus dem FICC-Geschäft bei Goldman um 30 Prozent eingebrochen, der gesamte Handel schloss das Jahr mit einem Minus von 18 Prozent ab. Die Probleme trafen allerdings die gesamte Branche.

Auch bei der Deutschen Bank fielen die Einnahmen im wichtigen Wertpapierhandel 2017 um 16 Prozent. Nach Veröffentlichung des dritten Jahresverlustes in Folge musste das größte heimische Geldhaus an der Börse einen kräftigen Kursrutsch verkraften.

Noch immer zweifeln die Investoren, ob die Bank ihr Ziel sich als wichtigste europäische Investmentbank zu etablieren wirklich erreichen kann. Deshalb wäre eine Rückkehr des FICC-Geschäftes nicht nur für Goldman, sondern auch für die Deutsche Bank eine ausgesprochen gute Nachricht.

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