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US-Bank JP Morgan gibt wohl Anleihen im Wert von 13 Milliarden Dollar aus

Kurz nach ihren Rekordzahlen im ersten Quartal emittiert die US-Bank Anleihen in Rekordhöhe. Damit reagiert sie auf eine Anpassung der Notenbank.

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Die US-Bank hat die aktuell geringen Refinanzierungskosten am Markt genutzt. Quelle: Reuters

JP Morgan Chase hat am Donnerstag Anleihen in Höhe von 13 Milliarden Dollar ausgegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das wäre der bislang größte Deal einer Bank. JP Morgan lehnte einen Kommentar zum Thema ab.

Die nach Bilanzsumme größte US-Bank hätte damit das geringe Zinsniveau am Markt genutzt, um sein Eigenkapital zu erhöhen. Die US-Notenbank Fed hat vor einem Monat eine Sonderregelung bei den Kapitalanforderungen für Banken währen der Corona-Pandemie auslaufen lassen. Zeitweise hatten die Geldhäuser damit mehr freie Liquidität zur Verfügung, müssen nun allerdings nachjustieren.

Der Deal kommt nun wenige Tage, nachdem die Bank für das erste Quartal den höchsten Nettogewinn der Unternehmensgeschichte bekannt gegeben hat. Bei Investoren war die Nachfrage nach der Anleihe groß, weil sie höhere Renditen als die US-Staatsanleihen verspricht.

Das Orderbuch belief sich auf 26 Milliarden Dollar. Das ermöglichte es JP Morgan, den Zinssatz für die insgesamt fünf Anleiheklassen zu senken, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Bloomberg. Die Zinsen für die Anleihe mit der längsten Laufzeit von 31 Jahren liegen demnach 107 Basispunkte über dem Zinsniveau der US-Staatsanleihen.

Der Vorgang könnte mit den regulatorischen Änderungen für US-Banken im Zusammenhang stehen, sagte Analyst Arnold Kakuda von Bloomberg Intelligence.

Anforderungen der Fed jetzt leichter zu erfüllen

Die Notenbank hatte die Erleichterungen im vergangenen Jahr vorübergehend eingeführt, um die unmittelbaren Folgen der Corona-Pandemie für den Bankensektor abzufedern und den Markt für US-Staatsanleihen zu stabilisieren. Bei den Erleichterungen handelt es sich um eine angepasste Berechnung der Verschuldungsquote, der sogenannten Supplementary Leverage Ratio (SLR).

Die SLR ist ein Maß für die Fähigkeit der Banken, Verluste mit Eigenkapital abzufedern. Durch die Erleichterungen mussten die US-Banken vorübergehend weniger Eigenkapital vorhalten, weil bestimmte Bilanzpositionen wie US-Staatsanleihen und neue Einlagen von der Berechnung der SLR ausgenommen wurden. Faktisch hatten die US-Banken damit mehr freie Liquidität zur Verfügung, mit der sie Wirtschaft und Verbraucher während der Pandemie unterstützen konnten.

Dass diese Sonderregelung ausläuft, hat für Banken zur Folge, dass sie entweder Staatsanleihen verkaufen oder das Eigenkapital erhöhen müssen. Der Verkauf von ungesicherten Schuldtiteln wird JP Morgan dabei helfen, die Anforderungen der Fed zu erfüllen, sagte Kakuda.

Die Bank hatte bereits am Mittwoch signalisiert, dass sie sich des Problems annehmen wird. „Wir haben Hebel um den SLR zu managen und werden dies auch tun“, sagte Finanzvorstand Jennifer Piepszak den Analysten während einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.

Inklusive den aktuellen Transaktion hat JP Morgan laut Daten von Bloomberg in diesem Jahr bereits 22 Milliarden Dollar an Anleihen mit Investment-Grade begeben – mehr als jede andere Bank.

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