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US-Börse Die Bekräftigung der Fed-Zinspolitik beruhigt die US-Börsen

Die Rede des Fed-Chefs Powell hat sich an den US-Börsen bemerkbar gemacht. Er sprach sich für eine behutsame Zinserhöhung aus.

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Der Fed-Präsident hat sich in der Rede auch indirekt gegen den US-Präsidenten Donald Trump gerichtet. Quelle: Reuters

Fed-Chef Jerome Powell hat am Freitag die New Yorker Börsen mit dem Festhalten an seinem Zinskurs zum Wochenschluss beruhigt. Der S&P-Index und der Nasdaq-Index erklommen frische Rekordhochs. Powell sprach sich ungeachtet der Kritik von Präsident Donald Trump für eine Fortsetzung des bisherigen Kurses der behutsamen Zinserhöhungen aus.

Die Wirtschaft zeige sich stark und die Inflation liege nahe beim Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank, sagte Powell auf der Notenbank-Konferenz in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming. „Wenn das starke Wachstum bei Einkommen und Arbeitsplätzen anhält, werden weitere graduelle Anhebungen der Zielspanne für die Leitzinsen wahrscheinlich angemessen sein.“ An den US-Börsen wird nach wie vor für September mit der nächsten Anhebung gerechnet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum frühen Nachmittag in New York 0,6 Prozent auf 25.816 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 gewann ebenfalls 0,6 Prozent auf 2874 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,8 Prozent auf 7944 Punkte.

Dax und EuroStoxx50 schlossen am Freitag jeweils 0,2 Prozent höher auf 12.394 und 3427 Zählern.

Dollar fällt nach Powell-Rede

Allerdings seien sich einige Marktteilnehmer mit einem weiteren Zinsschritt im Dezember nun nicht mehr so sicher, sagte Analyst Brad Bechtel von Jefferies. Das grub dem Dollar das Wasser ab: der Euro kletterte im Gegenzug um bis zu 0,9 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1,1639 Dollar. "Die Aussagen zur Inflation waren vielleicht ein wenig expansiv, aber es scheint keine Änderung beim eingeschlagenen Pfad gradueller Zinsanhebungen zu geben", sagte Bechtel.

Anleger lehnten sich generell wegen des schwelenden Handelsstreits der USA mit China derzeit nur wenig aus dem Fenster. „Die Finanzmärkte bleiben im politischen, aber derzeit eher ruhigen Fahrwasser“, fasste Helaba-Analystin Claudia Windt zusammen. Wechselseitig erhoben zuletzt die USA und China neue Zölle, zugleich wurden die Handelsgespräche wieder aufgenommen.

Das könne entweder in einer weiteren Eskalationsstufe enden oder im besten Fall mit einer Rücknahme der bestehenden Zölle, sagte Windt. ☺„Nichts scheint mit US-Präsident Trump unmöglich.“

Gefragt waren Papiere des Softwareherstellers Autodesk, die nach starken Quartalszahlen mehr als 15 Prozent nach oben schnellten. Ebenso im Plus waren Aktien der Ölkonzerne Chevron und Exxon. Börsianern zufolge stützte die Aussicht auf einen Verbleib von Öl- und Gasaktien im norwegischen Staatsfonds.

Die Modemarke Gap enttäuschte hingegen Anleger mit seinen Verkaufszahlen: die Papiere gaben rund zehn Prozent ab. Es sei ungewiss, ob Gap die Kehrtwende gelinge, sagten Analysten von Morningstar. Der Konzern werde wohl weitere Marktanteile an Billigmode-Ketten und Konkurrenten mit schnell wechselnden Sortimenten verlieren.

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