WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

US-Investor Apollos Oldenburgische Landesbank könnte nach Übernahmen weiter zukaufen

Der Deutsche-Bank-Großaktionär Cerberus Capital Management ist nicht der einzige US-Investor, der Beteiligungen an deutschen Banken aufbaut.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die OLB fungiert als Dach der insgesamt vier von Apollo zugekauften Institute. Quelle: Oldenburgische Landesbank

Oldenburg Der Deutsche-Bank-Großaktionär Cerberus Capital Management ist nicht der einzige US-Investor, der Beteiligungen an deutschen Banken aufbaut. Auch Apollo Global Management hat mit zwei Partnern bereits vier kleinere Institute erworben, vor allem im Norden. Mehr könnten folgen.

Weitere Zukäufe und eine Expansion in andere Teile Deutschlands seien nicht ausgeschlossen, sagte Axel Bartsch, Vorstandschef der Oldenburgische Landesbank (OLB), die als Dach der vier Institute fungiert, in einem Interview mit dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg.

Perspektivisch solle die Anzahl der Kunden um rund ein Viertel auf eine Million ansteigen. Zudem ist eine Reduzierung der Kosten geplant. „Es bedarf einer gewissen Größe und eines guten Geschäftsmodells, um die richtigen Erträge zu erzielen und nachhaltig erfolgreich bleiben zu können. Die europäische Bankenbranche gilt ja nicht gerade als Hotspot des Geldverdienens“, sagte Bartsch. „Niedrigzins, Digitalisierung und Regulatorik erhöhen den Konsolidierungsdruck.“

Trotz des schwierigen Umfelds könnten sich seiner Meinung nach Übernahmen deutscher Banken für Investoren lohnen. „Das Land hat eine starke Volkswirtschaft. Hier lassen sich die Kapitalkosten mit vernünftigen Risiken verdienen.“

Wettbewerber Cerberus Capital ist nicht nur an der Deutschen Bank beteiligt, sondern auch an der Commerzbank und der HSH Nordbank. Zudem soll das Unternehmen an der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank Girozentrale interessiert sein, ebenso wie Apollo, hatte Bloomberg berichtet.

Anteile von unter 40 Prozent

Die OLB konzentriert sich laut Bartsch auf die Geschäftsbereiche Firmenkunden, Spezialfinanzierungen, Privatkunden und vermögende Kunden. Gleichzeitig strebt er an, die Kosten-Ertrags-Quote in der Gruppe auf unter 50 Prozent zu senken. Das sei neben steigenden Erträgen wahrscheinlich mit strukturellen Veränderungen und einem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Details nannte er nicht, da die Planungen noch am Anfang stehen würden.

Eigentümer der OLB sind neben Apollo auch der US-Pensionsfonds Teacher Retirement System of Texas sowie die Investment-Firma Grovepoint Capital. Die drei halten unabhängig voneinander jeweils weniger als 40 Prozent.

Die Investoren hatten 2014 zunächst die KBC Bank Deutschland AG, dessen Chef Bartsch damals war, gekauft und in Bremer Kreditbank umbenannt. Später übernahmen sie das Bankhaus Neelmeyer von der Hypovereinsbank und die OLB von der Allianz SE. Auch über den Kauf der Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank von der Wüstenrot & Württembergische AG besteht bereits Einigkeit, das Closing steht aber noch aus.

„Von Anbeginn war klar, dass wir nur als größere Bank erfolgreich agieren können“, sagte Bartsch. Beim Zusammenschluss mehrere kleiner Banken würden sich Synergien ergeben und die Kosten sinken. „Dank finanzstarker Eigner wussten wir, dass Zukäufe nicht am Geld scheitern würden.“

Rund 90 Arbeitsplätze abgebaut

Derzeit kommt die Gruppe nach eigenen Angaben auf etwa 2300 Beschäftigte und eine Bilanzsumme von rund 20 Milliarden Euro. Bei Neelmeyer sind bereits 90 Arbeitsplätze von ehemals rund 250 abgebaut worden. Die einstige OLB wies für das vergangene Jahr noch ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von 77,5 Prozent aus. „Das ist für eine Universalbank schon recht gut, aber es kann noch besser werden“, sagte Bartsch.

Weitere Übernahmen würde er erwägen, wenn diese strategisch zur OLB passen. Derzeit gebe es aber keine Gespräche. „800.000 Kunden sind noch bisschen wenig. Eine Million wäre besser“, erklärte Bartsch. „Ohne weitere Zukäufe ist diese Marke natürlich herausfordernder, bei einer Übernahme würde es schneller gehen.“

Vor kurzem hatte Bloomberg News berichtet, die OLB zähle zu den Unternehmen, die Interesse am Kauf der Dexia Kommunalbank Deutschland signalisiert hätten. Bartsch lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%