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US-Notenbank Fed-Chef Powell warnt vor wirtschaftlicher Abwärtsspirale

Fed-Chef Jerome Powell fordert mehr Finanzhilfen für US-Haushalte und Unternehmen. Hinweise auf neue Stützungsprogramme der US-Notenbank gibt er nicht.

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Laut dem Fed-Chef hat bei der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung Sicherheit oberste Priorität. Quelle: AP

US-Notenbank-Chef Jerome Powell sieht die heimische Wirtschaft immer noch anfällig für gravierende Rückschläge. Die Konjunkturerholung von den Folgen der Corona-Krise ist aus seiner Sicht immer noch wacklig. Die Wirtschaft könne in eine Abwärtsspirale geraten, falls das Virus nicht effektiv eingedämmt werde, sagte Powell am Dienstag auf einer Veranstaltung.

Unternehmen und Haushalte benötigten mehr Unterstützung. "Zu wenig Hilfen würden zu einer schwachen Erholung führen, was unnötige Härten für Haushalte und Unternehmen erzeugt", warnte er. Selbst wenn die Schritte am Ende größer als nötig sein sollten, wären sie nicht verschwendet gewesen. "Die Erholung wird stärker sein und schneller voranschreiten."
Powells Äußerungen sorgten für Druck auf die US-Börsen. Die Renditen der US-Staatsanleihen zogen etwas an.

Der Fed-Chef habe die Notwendigkeit weiterer Wirtschaftshilfen durch die Fiskalpolitik betont, sagte Kathy Bostjancic, Vokswirtin bei Oxford Economics. Powell habe aber keine Hinweise darauf gegeben, was die Fed selbst unternehmen könnte. Dies sei für die Märkte etwas enttäuschend.

In seiner Rede erwähnte der Notenbankchef keine neuen Fed-Programme, die über die rund ein Dutzend Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft hinausgehen, die die Fed im März beschlossen hatte. Es sei richtig, die Menschen zu unterstützen, denen die Pandemie am meisten zugesetzt habe, sagte Powell. Der US-Haushalt befinde sich zwar auf einem nicht tragfähigen Weg. Es sei aber jetzt nicht der Zeitpunkt, um dieses Thema anzugehen.

In die Verhandlungen über ein neues Hilfspaket der Regierung für die angeschlagene Wirtschaft ist wenige Wochen vor den US-Wahlen zuletzt wieder etwas Bewegung gekommen. Das Präsidialamt sah am Montag Chancen für eine Einigung auf weitere Corona-Hilfen. Die Regierung hatte den Demokraten ein Paket mit einem Volumen von mehr als 1,5 Billionen Dollar vorgeschlagen.

Die Demokraten forderten allerdings ein größeres Maßnahmenbündel mit einem Umfang von 2,2 Billionen Dollar. Vorgesehen ist unter anderem eine wöchentliche Arbeitslosenunterstützung von 400 Dollar. Die Demokraten wollen dagegen 600 Dollar pro Woche durchsetzen.

In der Pandemie wurden bislang in rund 7,4 Millionen Fällen Amerikaner positiv auf das Coronavirus getestet. Davon starben inzwischen mehr als 209.000 Menschen.

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