US-Notenbank Fed-Protokolle deuten auf starke Zinserhöhungen im Sommer hin

Die US-Notenbank ist sich einig, dass die hohe Inflation weitere starke Gegenmaßnahmen erfordert. Leitzinserhöhungen von einem halben Prozent im Juni und Juli sind realistisch.

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Die Protokolle zur vergangenen Sitzung der US-Notenbanker enthalten Details über den Kampf gegen die stark steigende Inflationsrate. Quelle: Reuters

Angesichts der hohen Inflation in den USA zeichnet sich in der Notenbank Fed breite Unterstützung für weitere große Zinsschritte im Sommer ab. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der geldpolitischen Sitzung vom 4. Mai hervorgeht, standen bereits damals alle Währungshüter hinter der dabei beschlossenen Anhebung um einem halben Prozentpunkt. Laut den Mitschriften waren die meisten Teilnehmer zudem der Meinung, dass bei den Sitzungen im Juni und Juli jeweils weitere Schritte in dieser Größe „wahrscheinlich angemessen“ sein dürften.

Nach dem größten Zinssprung seit 22 Jahren liegt das geldpolitische Niveau nun in einer Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent. Die Währungshüter waren sich auf der Sitzung einig, dass die Wirtschaft sehr stark und der Arbeitsmarkt extrem angespannt sei. Zudem wurde die Inflation als hoch eingeschätzt, wobei die Risiken für eine Beschleunigung des Preisauftriebs sogar „nach oben gerichtet“ seien. Dabei wurden globale Lieferkettenprobleme, der Ukraine-Krieg und die Corona-Lockdowns in China als mögliche Treiber angesehen.

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Die Fed sieht sich mit einer Teuerungsrate von zuletzt 8,3 Prozent konfrontiert. Sie will die Zügel laut Fed-Chef Jerome Powell solange anziehen, bis die Inflation unter Kontrolle ist. Es müsse „klare und überzeugende“ Anzeichen dafür geben, dass der Preisauftrieb nachlasse, sagte er jüngst. Falls es nicht dazu komme, werde die Fed ein aggressiveres Vorgehen erwägen müssen.

Doch gegen einen noch höheres geldpolitisches Straffungstempo spricht, dass die US-Wirtschaft zu Beginn des Jahres überraschend auf Talfahrt gegangen und auch das Geschäft mit Eigenheimen zuletzt eingebrochen ist: „Die jüngsten, alles andere als robusten Konjunkturdaten schüren Spekulationen, dass die Fed die Zinsen vielleicht doch nicht so aggressiv anheben muss wie ursprünglich gedacht“, meint Analyst Raffi Boyadjian vom Brokerhaus XM.

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