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US-Ratingagenturen Fitch und S&P werten Argentinien ab

Die beiden US-Ratingagenturen haben ihre Bewertungen für Argentinien runtergestuft. Sie rechnen mit einem teilweisen Zahlungsausfall für Anleihen.

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Die Agentur S&P senkte die Bewertung der langfristigen argentinischen Fremdwährungsverbindlichkeiten auf „SD“, was bedeutet, dass ein Teil der Anleihen nicht mehr rechtzeitig bedient wird. Quelle: dpa

Die US-Ratingagenturen Fitch und S&P haben ihren Daumen über Argentinien gesenkt. Fitch bewertet Argentiniens geplanten Zahlungsaufschub für bestimmte Anleihen als begrenzten Zahlungsausfall. Die Benotung der langfristigen Staatspapiere des südamerikanischen Landes wurde auf „RD“ (partieller Zahlungsausfall) von zuvor „CC“ (in Zahlungsverzug) zurückgenommen.

Die Regierung in Buenos Aires hatte zuvor angekündigt, die Rückzahlung kurz laufender Bonds, sogenannter Letes, bis zum 31. August 2020 auszusetzen. Insidern zufolge sind hiervon Schuldtitel im Volumen von neun Milliarden Dollar betroffen. Von Einzelpersonen und argentinischen Provinzen gehaltene Letes würden allerdings weiter bedient.

Die neue Regierung des Präsidenten Alberto Fernandez sieht sich einer Wirtschaftskrise gegenüber und will mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen Gläubigern die Rückzahlung von Verbindlichkeiten im Volumen von 100 Milliarden Dollar neu verhandeln. Fernandez' Vorgänger Mauricio Macri hatte bereits im August angekündigt, die Laufzeit bestimmter Anleihen verlängern und die Tilgung eines 57 Milliarden Dollar schweren IWF-Kredits neu regeln zu wollen.

Die Agentur S&P senkte die Bewertung der langfristigen Fremdwährungsverbindlichkeiten Argentiniens auf „SD“ von zuvor „CCC-“. SD steht für Selective Default und bedeutet, dass ein Teil der Anleihen nicht mehr rechtzeitig bedient wird.

Im Jahr 2001 war Argentinien pleite gegangen. 2015 schaffte es die Regierung in Buenos Aires, sich wieder am Markt zu finanzieren. Bis heute hat sich das einst reichste Land Südamerikas nicht komplett von den Folgen der Krise erholt.

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