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US-Wahl Trump-Lager räumt Rückstand ein

Gut zwei Wochen bleiben Donald Trump, seine in Umfragen führende Rivalin einzuholen. Mit einem Plan für seine ersten Tage im Weißen Haus will er den Blick nach vorn lenken. Aber zugleich zieht er erneut vom Leder.

Jene Frauen, die ihm in den vergangenen Tagen der sexuelle Belästigung beschuldigt haben, will der Republikaner nach der Wahl verklagen. Quelle: AFP

Mit einem 100-Tage-Plan will der US-Republikaner Donald Trump bei einem Wahlsieg am 8. November sofort nach Amtsantritt einen radikalen Wandel einleiten. In einer Rede im historischen Gettysburg listete Trump Dutzende Vorhaben auf – von Neuverhandlungen über internationale Handelspakte bis zu einem Stopp der Einwanderung aus bestimmten Ländern.

Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Senders ABC liegt Hillary Clinton inzwischen mit zwölf Punkten vor Donald Trump: 50 Prozent derer, die überhaupt zur Wahl gehen, wollen ihr demnach die Stimme geben. Für Trump sprachen sich 38 Prozent der Befragten aus.

Trump „jämmerlich unvorbereitet“ für Präsidentschaft
„Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden, und ihr wisst, was für eine Katastrophe diese massive Einwanderung für Deutschland und die Menschen Deutschlands ist“, sagte Trump Mitte August in einer außenpolitischen Rede in Youngstown (Ohio). „Die Kriminalität ist auf ein Niveau gestiegen, das niemand geglaubt hat, je zu sehen.“ Die USA hätten genug Probleme, ohne sich durch die ungezügelte Aufnahme syrischer Flüchtlinge weitere aufzubürden. Quelle: AP
„Jämmerlich unvorbereitet“, um die USA als Präsident führen zu können, ist Donald Trump nach Aussagen von US-Präsident Barack Obama. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus forderte Obama die Republikaner am Dienstag auf, Trump nicht mehr zu unterstützen. Dabei gehe es um mehr als unterschiedliche Ansichten politischer Natur, sagte Obama. Trotz des wachsenden Unmuts gegenüber Trump hat bisher kein Republikaner ihm seine Unterstützung entzogen. Obama sagte, republikanische Politiker hätten wiederholt feststellen müssen, dass Äußerungen Trumps inakzeptabel seien. „Warum unterstützen Sie ihn dann noch?“, fragte Obama. Quelle: dpa
„Belgien ist eine wunderschöne Stadt und ein herrlicher Ort - großartige Gebäude“, sagte Donald Trump in einer Rede und zeigte, wie es um seine geographischen Kenntnissen bestellt ist. „Ich war mal dort, vor vielen, vielen Jahren. Vor ein paar Monaten habe ich dann ein Statement abgegeben, nach dem Motto, Belgien ist ein elendes Loch. Dafür wurde ich dann schwer kritisiert, man hat gesagt, was für eine böse Sache - und dann hatten sie in Belgien dieses massive Problem.“ Quelle: dpa
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Washington Post von künftigen Wahlkampfauftritten ausgeschlossen: Auf Facebook bezeichnete er das Blatt als "unehrlich und verlogen". Die Washington Post hatte erst kürzlich kritisch über den Milliardär berichtet. In den Augen von Trump sei die Berichterstattung "unglaublich fehlerhaft", deshalb habe er der Zeitung die Akkreditierung für seine Wahlkampfveranstaltungen entzogen. Der umstrittene republikanische Präsidentschaftsbewerber Trump ist ein Quereinsteiger und hat noch nie ein politisches Amt bekleidet. Im Wahlkampf macht er immer wieder mit skurrilen Aussprüchen auf sich aufmerksam. Quelle: AP
Donald Trump Quelle: REUTERS
Donald Trump Quelle: dpa
Trumps Knaller nach dem Sieg in den Vorwahlen von Nevada: „Wir haben bei den Evangelikalen gewonnen. Wir haben bei den Jungen gewonnen, wir haben bei den Alten gewonnen. Wir haben bei den gut Gebildeten gewonnen, wir haben bei den schlecht Gebildeten gewonnen. Ich liebe die schlecht Gebildeten.“ Quelle: REUTERS

Trumps Wahlkampfteam räumte den Rückstand im Rennen um die Präsidentschaft ein. „Wir liegen zurück“, sagte Sprecherin Kellyanne Conway dem Sender NBC News am Sonntag. Clinton habe „gewaltige“ Vorteile, sagte sie: So machten ein früherer Präsident (ihr Mann Bill Clinton), der derzeitige Amtsinhaber Barack Obama, First Lady Michelle Obama und Vizepräsident Joe Biden Wahlkampf für sie - „alle sind viel populärer als sie es für sich selber erhoffen kann“.

Zudem habe Clinton in diesem Monat bereits 66 Millionen Dollar in Werbespots gesteckt, doppelt so viel wie im August, betonte Conway. Die meisten dieser Anzeigen seien negativ, auf „persönliche Zerstörung“ ausgerichtet - sie sprach von einer „Jauchegrube“.

Diese Republikaner wenden sich von Donald Trump ab
Donald Trump Quelle: AP
US-Senator John McCain Quelle: REUTERS
Condoleeza Rice Quelle: AP
Mike Pence Quelle: AP
Paul Ryan Quelle: AP
John Kasich Quelle: DPA
Mitt Romney Quelle: AP

Kandidat Trump hatte zuvor die Medien, seine demokratische Rivalin und das politische Establishment erneut beschuldigt, durch und durch korrupt zu sein. Demnach wollen ihm Clinton – die in den meisten Umfragen in Führung liegt – und die Medien durch die Verbreitung von erfundenen Geschichten die Wahl stehlen.

Jene Frauen, die ihm in den vergangenen Tagen der sexuelle Belästigung beschuldigt haben, will Trump nach der Wahl verklagen: „Sie alle haben gelogen, um meinem Wahlkampf zu schaden.“


Pornodarstellerin beschuldigt Trump

Inzwischen ging eine weitere Frau mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit. Trumps elfte Anklägerin, eine Pornodarstellerin und -Produzentin, trat am Samstag in Los Angeles an die Öffentlichkeit. Nach ihrer Schilderung lud Trump sie 2006 am Rande eines Golfwettbewerbs in Lake Tahoe in seine Suite ein. Dort habe er - nur mit einem Schlafanzug bekleidet – sie und zwei Begleiterinnen in eine Umarmung gerissen und ohne Erlaubnis geküsst.

Nachdem sie die Räume verlassen habe, seien ihr telefonisch 10.000 Dollar angeboten worden, wenn sie zurückkomme, was sie abgelehnt habe. Das Trump-Lager nannte die Anschuldigungen in einer schriftlichen Erklärung „lächerlich“.

In seinem Programm, das er als „Vertrag zwischen Donald J. Trump und dem amerikanischen Volk“ bezeichnete, wiederholte der Milliardär bereits bekannte Pläne. So will er neu über das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta verhandeln, aus dem Transpazifischen Handelspakt TPP aussteigen und „Handelsmissbrauch“ durch andere Staaten unterbinden.

Weiter versprach er, unverzüglich mit der Abschiebung straffälliger illegaler Einwanderer zu beginnen und Immigration aus bestimmten „terrorismusanfälligen Regionen“ auszusetzen. Am Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko hält der Immobilienunternehmer ebenfalls fest. Und er versicherte erneut, dass Mexiko dafür zahlen werde - wovon die mexikanische Regierung freilich nichts wissen will.

Den „Sumpf der Korruption in Washington“ will Trump unter anderem durch die Begrenzung der Amtszeiten von Kongressmitgliedern trockenlegen. Alle „verfassungswidrigen“ Verordnungen von Präsident Obama und dessen Gesundheitsreform sollten ebenso rückgängig gemacht werden wie eine Reihe von Umweltauflagen und anderen Regulierungen.

"Trump denkt, dass es ihn groß macht, wenn er Frauen erniedrigt"
Donald Trump leugnet beim dritten TV-Duell die Anschuldigungen mehrerer Frauen, er habe sie sexuell belästigt. Quelle: REUTERS
Hillary Clinton beim TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten in Las Vegas über die politische Erfahrung Donald Trumps. Quelle: AP
Donald Trump in Las Vegas über den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Quelle: dpa
Hillary Clinton bei der TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten Quelle: REUTERS
Donald Trump beim TV-Duell mit Hillary Clinton Quelle: AP
Die Demokratin Clinton reagierte mit harscher Kritik. Quelle: dpa
Trump attackierte Clinton wegen ihrer E-Mail-Affäre. Quelle: AP

Trumps Auftritt in Gettysburg sollte symbolträchtig sein. Dort hatte Präsident Abraham Lincoln 1863 bei der Einweihung eines Friedhofes für im Bürgerkrieg gefallene Soldaten zur Einheit des Landes aufgerufen und Freiheit und Gleichheit beschworen - die Rede ging als „Gettysburg Address“ in die Geschichte ein. Wie damals sei das Land auch heute gespalten, sagte Trump am Samstag. Er wolle die Spaltung „heilen“. Dann verbrachte Trump aber die ersten 15 Minuten der Rede mit massiven Attacken gegen seine Kritiker und die Medien.

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