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Verbit KI-Start-up aus Israel nimmt elf Millionen Dollar auf

Die Software des israelischen Start-ups Verbit übersetzt gesprochene in geschriebene Sprache. Auch ein deutscher Investor glaubt daran.

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Die Software der Firma setzt gesprochene in geschriebene Sprache um. Quelle: PR

Düsseldorf Israel gilt vielen als Start-up-Wunderland – und wie jedes Klischee hat auch dieses einen typischen Protagonisten. Der typische Gründer leistet seinen Wehrdienst in einer Tech-Eliteeinheit der israelischen Armee und studiert danach irgendwas mit Maschinen.

Tom Livne passt da nicht so ganz ins Bild: Der 32-Jährige diente bei einer Fallschirmdivision, studierte Jura und wurde erst einmal Anwalt: „Es hat mir zwar Spaß gemacht, aber die schiere Masse an Schriftsätzen hat mich manchmal zur Verzweiflung gebracht“, erzählt Livne dem Handelsblatt. Stundenlange Verhandlungen mussten von seinen Mitarbeitern schriftlich aufbereitet werden, sagt er: „Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld.“ Er fragte sich: Geht das nicht auch anders?

Es geht: 2017 gründete Livne zusammen mit zwei Mitgründern das Start-up Verbit, dessen Software gesprochene in geschriebene Sprache umsetzt: „Wir nutzen künstliche Intelligenz, um große Inhalte in hohem Tempo zu transkribieren“, so Livne.

Nun kann der Anwalt einen ersten Erfolg verbuchen: In der sogenannten Seed-Finanzierung streicht das Start-up aus Tel Aviv elf Millionen Dollar Wagniskapital ein. Zu den Investoren zählt auch die deutsche HV Holtzbrinck Ventures. Dort glaubt man naturgemäß an den Erfolg: „Die bekannten großen Tech-Unternehmen fokussieren sich mehr auf die einfache Spracherkennung und inhaltliche Transkription, bei denen oft jedes fünfte Wort falsch ist“, sagt Jasper Masemann, Principal bei HV Holtzbrinck Ventures.

Verbit habe erkannt, dass Branchen wie Universitäten, eLearning, Medizin und Recht eine hohe sprachliche Präzision erwarteten. Daher habe man spezialisierte Sprachmodelle entwickelt, sagt der Investor: „Hier hat Verbit bereits einen starken Wettbewerbsvorteil und baut diesen kontinuierlich über neue Daten weiter aus.“

Einzigartig sei die Tatsache, dass automatische Spracherkennung mit menschlicher Feinarbeit zusammenwirke: „Herkömmliche Vollautomatisierungen erreichen meist gerade einmal knapp 70 Prozent Genauigkeit“, sagt Gründer Livne. „Dank der Verbindung unserer Algorithmen mit einem Team von Freelancern weltweit, die die Texte kontrollieren, erreichen wir eine fast hundertprozentige Trefferquote.“ Zudem: Jedes Mal, wenn von Menschenhand ein Fehler korrigiert werde, lerne der Algorithmus etwas hinzu.

Mehr als 50 Kunden zählt das Start-up Verbit mittlerweile, darunter die Stanford University und die London Business School. Es werde ein Millionenumsatz generiert, sagt Livne.

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