Verbraucherpreise Höchster Wert seit 1998: Türkische Inflationsrate steigt auf 73,5 Prozent

Experten geben der schwächelnden Landeswährung Lira eine Mitschuld an der starken Teuerung. Quelle: Bloomberg

Besonders Treibstoffe und Lebensmittel werden teurer. Experten erwarten, dass die Verbraucherpreise in naher Zukunft weiter so stark steigen werden.

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Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im Mai so stark gestiegen wie seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 73,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Das ist die höchste Inflationsrate seit Oktober 1998.

Die Preise im Transportsektor – zu dem etwa Benzin gerechnet wird – haben sich mit 108 Prozent mehr als verdoppelt. Auch Lebensmittel (plus 92 Prozent) kosteten fast doppelt so viel wie im Mai 2021.

Experten geben der schwächelnden Landeswährung Lira eine Mitschuld an der starken Teuerung, die allein im vergangenen Jahr 44 Prozent an Wert zum Dollar eingebüßt hat. Dadurch werden Importe, auf die das rohstoffarme Land angewiesen ist, deutlich teurer.

Die Lira-Talfahrt wurde ausgelöst durch Zinssenkungen der Notenbank, durch die die Landeswährung für Investoren unattraktiver wurde. Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet sich selbst als Zinsfeind. Er will mit niedrigen Zinsen die Konjunktur anschieben.

Die Regierung hat erklärt, dass die Inflation im Rahmen ihres neuen Wirtschaftsprogramms zurückgehen wird. Dieses sieht niedrige Zinssätze zur Ankurbelung von Produktion und Exporten vor. Im ersten Quartal war die türkische Wirtschaft kräftig gewachsen – um 7,3 Prozent.

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„Wir gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in der Türkei im weiteren Verlauf dieses Jahres nur noch schleppend verlaufen wird“, erklärten die Fachleute vom Analysehaus Capital Economics. „Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die weitere Schwäche der Lira bedeuten, dass die Inflation wahrscheinlich bis zum Ende des Jahres bei 70 bis 80 Prozent liegen wird.“

Die Notenbank geht davon aus, dass der Höhepunkt des Preisauftriebs im Juni erreicht wird. Einstellige Inflationsraten erwartet sie erst 2024.

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