Verbraucherpreise in der Euro-Zone Inflation verfehlt EZB-Ziel

Trotz aller Geldspritzen der EZB ist die Inflation im Euro-Raum weiterhin deutlich schwächer als von den Währungshütern gewünscht. Sie verharrt im September auf dem August-Niveau.

Im August 2017 lag die Teuerungsrate in der Euro-Zone bei 1,5 Prozent. Quelle: dpa

BrüsselDie Verbraucherpreise stiegen im September um 1,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Montag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Im August lag das Plus ebenfalls auf diesem Niveau. Für Preisauftrieb sorgte einmal mehr Energie: Der Sektor verteuerte sich mit 3,9 Prozent etwa so stark wie im August (4,0 Prozent).

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an, die als ideal für die Konjunktur gilt. In Spanien und auch in Belgien wurde die Zwei-Prozent-Marke im August erreicht. Bereits stark erhöhte Raten weisen die baltischen Staaten Litauen (4,6 Prozent), Estland (4,2 Prozent) und Lettland (3,2 Prozent) auf.

In seiner am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen September-Schätzung für Deutschland erwartet das Bundesamt für Statistik eine Inflation von 1,8 Prozent. Dieser Wert war bereits im August erreicht worden. Nahrungsmittel hatten sich in Deutschland erneut als Preistreiber herausgestellt.

Die EZB prüft derzeit angesichts des anhaltenden Aufschwungs in der Euro-Zone die Zukunft ihres vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihen-Kaufprogramms. Die Währungshüter versuchen damit, die Wirtschaft anzuschieben und für mehr Inflation zu sorgen. Angesichts der Konjunkturerholung gehen die meisten Experten davon aus, dass die Notenbank im Oktober ein Abschmelzen des Volumens der monatlichen Käufe ab kommendem Jahr beschließen dürfte.

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