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Verbraucherpreise Inflation in der Euro-Zone fällt im August auf minus 0,2 Prozent

Die Verbraucherpreise sind im August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Damit ist die Euro-Inflation zum ersten Mal seit 2016 negativ.

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Die EZB strebt knapp zwei Prozent Inflation als Idealwert für die Konjunktur an. Quelle: dpa

Die Inflation in der Euro-Zone ist im August deutlich gesunken. Die Verbraucherpreise sanken um 0,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag schätzte. Experten von Unicredit hatten bereits mit damit gerechnet, dass die Inflation ins Negative drehen würde, hatten sie allerdings lediglich bei minus 0,1 Prozent vermutet.

Noch im Juli hatte die Inflation bei 0,4 Prozent gelegen. Nun ist sie zum ersten mal seit 2016 negativ.

An den insgesamt gesunkenen Preisen ist vor allem der Energiebereich schuld. Hier sanken die Preise um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch Industriegüter ohne Energie wurden um 0,1 Prozent günstiger. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich hingegen um 1,7 Prozent, Dienstleistungen um 0,7 Prozent.

Klammert man Energie aus, hätte die gesamte Jahresteuerung deutlich höher bei 0,7 Prozent gelegen. So aber bleibt die Inflation nach wie vor meilenweit von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) entfernt. Die EZB strebt eigentlich eine Teuerung von knapp zwei Prozent als Idealwert für die Konjunktur an, verfehlt dieses Ziel jedoch bereits seit Frühjahr 2013. Nun haben sich die Preise im Vergleich zum Vorjahr sogar verbilligt.

Die EZB hat sich angesichts der in der Coronakrise weiter gefallenen Energiepreise und auch wegen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland darauf eingestellt, dass die Inflation vorerst auf dem Rückmarsch bleibt und wohl erst Anfang 2021 anziehen wird.

Auch in Deutschland drückte die gesenkte Mehrwertsteuer weiterhin auf die Inflation. Die durchschnittlichen Verbraucherpreise für Waren und Dienstleistungen stagnierten im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im Juli war die Inflation auch in Deutschland mit minus 0,1 Prozent erstmals seit 2016 negativ.

In Zypern und Griechenland fielen die Verbraucherpreise mit minus 2,9 Prozent und minus 2,1 Prozent besonders stark. In Italien sanken sie um 0,5 Prozent, in Frankreich dagegen lag die Inflationsrate bei plus 0,2 Prozent.

Mit Agenturmaterial.

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