WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Verbraucherpreise Inflation in der Türkei überraschend zurückgegangen

Die Verbraucherinflation in der Türkei hat sich im April kaum verändert – obwohl die Lebensmittelpreise weiter Rekordzuwächse verzeichnen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Preise für Nahrungsmittel lagen im April 31,9 Prozent über denen des Vorjahresmonats und damit weiter deutlich über der Prognose der Zentralbank. Quelle: AFP/Getty Images

Istanbul Die Verbraucherpreise stiegen im April um 19,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, verglichen mit einem Anstieg von 19,7 Prozent im März. Das gab das türkische Statistikinstitut Turkstat am Freitag bekannt. Eine Umfrage von Bloomberg unter 18 Ökonomen ergab einen Anstieg von 20,4 Prozent im April. Der Lira-Kurs veränderte sich nach Veröffentlichung kaum.

Der Rückgang der Inflation überrascht, bleiben die Nahrungsmittelpreise auf einem Höchststand seit 15 Jahren. Der türkischen Regierung ist es bisher nicht gelungen, die Lebensmittelpreise zu drücken. Und das, obwohl sie dafür eine Kampagne ins Leben gerufen hat, die Rabatte fördern und hohe Preise mit Geldbußen bestrafen soll.

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im April 31,9 Prozent über denen des Vorjahresmonats und damit weiter deutlich über der Prognose der Zentralbank, die die Nahrungsmittelinflation am Jahresende auf 16 Prozent voraussagt. Im März betrug war die Preissteigerung mit 29,8 Prozent noch geringer als nun im April.

Der Anstieg der Nahrungsmittelkosten wurde jedoch durch eine breite Verlangsamung der Preisanstiege für Textilien, Wohnen und Transport mehr als ausgeglichen. Ein Index, der volatile Positionen wie Gold, Nahrungsmittel und Energie ausschließt, sank von 17,5 Prozent auf 16,3 Prozent.

Der Gouverneur der Zentralbank, Murat Cetinkaya, sagte Anfang dieser Woche, dass eine Verbesserung der Preisdynamik und eine anhaltende Verlangsamung des Wachstums den Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise im Laufe des Jahres ausgleichen könnten.

Lira-Kurs kaum verändert

„Wenn sich die Stimmung gegenüber der Lira nicht deutlich verbessert, wird die Zentralbank die Zinsen nicht senken können“, sagte Piotr Matys, Analyst bei der Rabobank in London. Eine vorzeitige Senkung, noch bevor der Markt dafür bereit sei, sei kontraproduktiv, da dies den Verkaufsdruck auf die türkische Währung wieder anheizen würde.

Die Lira notierte am Freitagvormitttag kaum verändert mit 5,9749 und damit um 0,2 Prozent schwächer als der Dollar. Die türkische Währung hat in diesem Jahr bereits mehr als 11 Prozent verloren. Unter den 21 wichtigsten Währungen, die Bloomberg definiert, ist die Lira die schlechteste, noch hinter dem argentinischen Peso.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%