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Verbraucherpreise März Inflation steigt wieder leicht an

Die Inflation in der Euro-Zone ist im März auf 1,4 Prozent gestiegen. Damit liegt sie noch weit unter der Zielmarke der EZB.

Die Inflation ist immer noch deutlich unter dem Zielwert der europäischen Notebnbanker. Quelle: dpa

LuxemburgTrotz massiver Geldspritzen der EZB ist die Inflation in der Euro-Zone im März dieses Jahres nur leicht gestiegen. Die Teuerungsrate stieg im vergangenen Monat auf 1,4 Prozent nach 1,1 Prozent im Februar 2018, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak hatten im März die höchste jährliche Rate. (2,2 Prozent gegenüber ein Prozent im Februar), gefolgt von Energie.

Damit ist der Preisdruck trotz der lockeren Geldpolitik der EZB weiterhin geringer als es den Notenbankern lieb wäre. Die Inflation noch weit von der EZB-Zielmarke von knapp unter zwei Prozent entfernt. Im Januar waren es noch 1,3 Prozent, im Dezember des vergangenen Jahres noch 1,4 Prozent.

Die Inflationsentwicklung gilt als entscheidend dafür, wie es mit der Geldpolitik der EZB weiter geht. Derzeit kauft sie für monatlich 30 Milliarden Euro Anleihen der Euro-Staaten. Die Käufe sind zunächst bis September terminiert. In Notenbankkreisen gehen viele davon aus, dass die Käufe noch einmal bis Jahresende verlängert und danach enden werden. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann rechnet frühestens Mitte nächsten Jahres mit der ersten Zinserhöhung.

Ökonomen der Commerzbank erwarten in den nächsten Monaten einen deutlichen Anstieg der Inflation. „Wir rechnen im Sommer mit einer Inflationsrate von über zwei Prozent,“ schreibt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Ähnlich sieht das auch der Chefvolkswirt der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Jörg Zeuner. „Die Inflation hat im März die Talsohle für dieses Jahr durchschritten“, glaubt er.

Auch die Inflation in Deutschland ist im März leicht gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen im Schnitt 1,6 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen am Donnerstag vergangener Woche mitteilte. Im Februar betrug die Jahresteuerung noch 1,4 Prozent.

Vor allem teurere Nahrungsmittel und höhere Kosten für Pauschalreisen sorgten nun für einen leichten Preisschub. Lebensmittel verteuerten sich um 2,9 Prozent, und Energie kostete im Schnitt 0,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Analysten von Oxford Economics sprachen von einer positiven Preisentwicklung in Deutschland.

Ein Teil des stärkeren Preisauftriebs erkläre sich durch das frühe Osterfest, das Preise von Urlaubsreisen und Kraftstoffen nach oben treibe. Doch auch insgesamt zeige der Trend bei der Inflation nach oben. „Dies liegt an der sehr robusten Wirtschaft hierzulande, die endlich auch ihren Niederschlag in kräftigeren Tarifabschlüssen findet.“

Anders ist die Situation in den USA: Angesichts des Konjunkturaufschwungs hat die US-Notenbank Fed die Zinsen jüngst erneut angehoben - auf das aktuell gültige Niveau von 1,5 bis 1,75 Prozent. Die Währungshüter haben zwei weitere Schritte nach oben in diesem Jahr ins Auge gefasst.

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