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Vergleich im Zinsskandal Deutsche Bank zahlt Rekordstrafe

Die Deutsche Bank muss wegen Zinsmanipulationen eine Rekordstrafe an die Behörden in den USA und Großbritannien zahlen. Der Vergleich beendet das leidige Kapitel für das Institut.

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Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat sich die Zinstricksereien beim Branchenprimus genauer angeschaut. Sie ging vor allem der Frage nach, ob etwa der heutige Co-Chef Anshu Jain (Foto) diese womöglich duldete. Quelle: Reuters

Die Deutsche Bank muss im Zinsskandal eine Rekordstrafe abdrücken. 2,5 Milliarden Dollar zahlt Deutschlands größtes Geldhaus in einem Vergleich mit den Regulierern in Großbritannien und den USA, die die Einigung am Donnerstag bekanntgaben. Ihre Kritik fiel deutlich aus: "Über Jahre haben Mitarbeiter der Deutschen Bank rund um den Globus illegal Zinssätze manipuliert", erklärte das US-Justizministerium.

Die britische Finanzaufsicht FCA monierte zudem, die Bank habe die Ermittler in die Irre geführt und sei unkooperativ gewesen. So brauchte das Institut, das sich einen "Kulturwandel" verordnet hat, offenbar zwei Jahre, um Tonbänder auszuhändigen, auf denen fragwürdige Absprachen einzelner Händler dokumentiert sind.

Die Konfliktherde der Deutschen Bank
28. April 2015Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich in München vor Gericht verantworten. Gleichzeitig beginnt auch der Prozess gegen vier andere ehemalige Deutsche Bank-Manager. Fitschen wird versuchter Prozessbetrug im Schadenersatzstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vorgeworfen. Quelle: dpa
24. April 2015Am Freitag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank über die zukünftige Strategie von Deutschlands größter Bank entscheiden. Bisher sieht es so aus, als würden zwei Modelle bevorzugt. Zur Wahl stehen die Aufspaltung der Bank in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder der Verkauf der Postbank zusammen mit einem üppigen Sparprogramm. Quelle: dpa
10. April 2014Im Libor-Skandal soll die Deutsche Bank eine Milliardenstrafe zahlen. Laut Berichten kommt es zu einem Vergleich zwischen den ermittelnden US-Behörden und der Bank, der bei umgerechnet 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Das wäre die höchste Strafe, die im Libor-Skandal bisher verhängt wurde. Quelle: dpa
Januar 2015Seit Anfang des Jahres wird über die neue Strategie der Deutschen Bank gerätselt. Wird die Postbank verkauft und an die Börse gebracht? Oder soll das gesamte Privatkundengeschäft abgespalten werden? Noch ist nicht klar, welches Modell am Ende vorne liegt. Sicher scheint nur, dass es so nicht weitergehen kann. Quelle: dpa
09. Dezember 2014Der Steuerstreit zwischen der Deutschen Bank und den USA geht weiter. Am Montag reichte die US-Regierung Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse die entgangenen Steuern, Strafen und Zinsen. Die Klage bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1999. Durch ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen sei den USA eine erhebliche Summe an Steuern entgangen, so der Staatsanwalt. Quelle: REUTERS
Das Logo der Deutschen Bank der Firmenzentrale in Frankfurt am Main spiegelt sich in einem Hochhaus Quelle: dpa
19.06.2014Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere. In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Quelle: dpa

Der Vergleich war seit langem mit Spannung erwartet worden. Die größte Altlast unter den zahllosen Rechtsstreitigkeiten kann nun zu den Akten gelegt werden. Die Deutsche Bank äußerte sich zunächst nicht. Hohe Rückstellungen wurden Finanzkreisen zufolge schon länger für die Affäre gebildet. Sie reichten aber offenkundig nicht aus.

Denn bereits am Mittwochabend hatte die Bank bekanntgegeben, dass sie mehr Geld für Rechtsstreitigkeiten einplant. Die Belastungen dafür summieren sich nun im ersten Quartal auf 1,5 Milliarden Euro. Ein Gewinn soll trotzdem übrig bleiben.

In den Zinsskandal sind Banken weltweit verstrickt. Nach Erkenntnissen der Regulierer haben sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. An solchen Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar. Etliche Institute haben in den vergangenen Jahren Vergleiche mit verschiedenen Instanzen geschlossen.

Von der EU-Kommission war die Deutsche Bank bereits Ende 2013 zu einer Strafe von 725 Millionen Euro verdonnert worden.

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Zu den angelsächsischen Regulierern, mit denen die Deutsche Bank nun den Vergleich geschlossen hat, gehörte auch die New Yorker Finanzaufsicht DFS von "Bankenschreck" Benjamin Lawsky. Allein an sein Haus fließen aus der Gesamtsumme 600 Millionen Dollar.

Auch Lawsky fand deutliche Worte: "Wir müssen uns immer in Erinnerung rufen, dass sich Märkte nicht von selbst manipulieren. Dazu erfordert es ein vorsätzliches Fehlverhalten einzelner Leute." Die Bank hatte im Zuge einer internen Untersuchung zwar schon einige Mitarbeiter suspendiert. Die Behörden setzten aber durch, dass sieben weitere Angestellte gehen müssen. Die obersten Führungsebenen des Konzerns sind offenbar aber nicht betroffen.

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