Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder – je früher desto besser

Frank Baecke
28. November 2025 – 16:42 Uhr aktualisiert
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Schüler laufen durch den Schulflur – Symbolbild für das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder AB
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder ist sehr sinnvoll, denn für sie gibt es bei schweren Krankheiten oder Unfällen nahezu keinen staatlichen Schutz.
  • Bei einem frühen Vertragsabschluss profitieren Eltern vom meist einwandfreien Gesundheitszustand des Kindes, was zu günstigen Beiträgen führt.
  • Ohne BU Versicherung fehlen im Ernstfall die Mittel für Betreuung, Therapien und Lebensunterhalt, wodurch die Zukunftsaussichten eines Kindes erheblich eingeschränkt werden können.

Sprechen Eltern mit ihren Kindern über die Zukunft, geht es meistens um Schulwahl, Ausbildungswege oder Studienmöglichkeiten. Was leicht übersehen wird: Ob ein junger Mensch seine Pläne verwirklichen kann, hängt entscheidend von seiner gesundheitlichen Leistungsfähigkeit ab.

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Eine schwere Erkrankung oder ein Unfall können schon im Kindesalter dazu führen, dass der spätere Start in den Job durch Berufsunfähigkeit (BU) verhindert wird. Eine BU Versicherung schützt Kinder vor dem Risiko, später ohne Einkommen dazustehen.

Warum Berufsunfähigkeit bereits Kinder betreffen kann

Berufsunfähigkeit ist kein Thema, das erst mit dem Eintritt ins Berufsleben aktuell wird. Auch Kinder werden nicht von Krankheiten, Unfällen oder psychischen Belastungen verschont. Langwierige Konzentrationsstörungen, chronische Krankheiten, Unfallfolgen oder schwere psychische Erkrankungen können auch Kinder so stark einschränken, dass ihnen jede Perspektive auf Ausbildung und Berufstätigkeit genommen wird.

Der Staat fängt dieses Risiko allerdings nicht auf.

Minderjährige haben keinen gesetzlichen Berufsunfähigkeitsschutz. Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur in eng begrenzten Fällen, etwa bei Unfällen während des Unterrichts oder auf dem Schulweg. Erkrankungen, Freizeitunfälle und psychische Probleme sind nicht abgesichert. Eltern müssen dann allein die finanziellen Folgen stemmen. Das reicht von Betreuung und Therapien über den Verdienstausfall eines Elternteils wegen Pflege des Kindes bis hin zum fehlenden späteren Einkommen des Kindes.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder schließt diese gewaltige Versorgungslücke. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn ein Kind nicht mehr in der Lage ist, die Schule zu besuchen und später einen Beruf auszuüben.

Wann ein Kind berufsunfähig ist

Da Kinder keinen Beruf ausüben, gilt in dieser Frage eine andere Definition als bei Erwachsenen. Entscheidend ist, ob das Schul- oder Ausbildungsvermögen langfristig entfällt oder erheblich eingeschränkt ist. Ärzte müssen prognostizieren, dass der Zustand mindestens sechs Monate anhält und die Minderung der Schul- beziehungsweise Ausbildungsfähigkeit 50 Prozent oder mehr beträgt.

Dabei geht es nicht nur um körperliche Leiden. Viele Tarife berücksichtigen auch psychische Erkrankungen wie schwere Depressionen oder Angststörungen.

Ob der Auslöser ein Unfall, eine Krankheit oder eine psychosoziale Belastung war, spielt für die Leistung jedoch keine Rolle – ausschlaggebend ist die langfristige Einschränkung.

Was für den frühen Abschluss spricht

Viele Versicherer nehmen Kinder ab zehn Jahren auf. Bei manchen Anbietern sind Kinder auch schon im Grundschulalter versicherbar, bei einigen anderen erst ab 15 Jahren. Generell gilt: Je früher der Abschluss, desto besser. Dafür sprechen drei Gründe:

1. Der Gesundheitszustand des Kindes ist meistens tadellos: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen, die zu höheren Beiträgen oder Ausschlüssen führen.

2. Das Risiko für psychische Erkrankungen nimmt ab der Pubertät zu: Viele Diagnosen treten in der Jugend erstmals auf und können die schulische Entwicklung so beeinträchtigen, dass ein späterer Abschluss deutlich erschwert wird.

3. Kinder gelten als risikoarme Berufsgruppe: Schüler werden deutlich günstiger eingestuft als Angehörige von handwerklich oder körperlich belastenden Berufen. Die günstigen Beiträge bleiben auch erhalten, wenn das Kind später einen risikoreichen Beruf ergreift – dank der Besserstellungsgarantie, die eine Beitragserhöhung ausschließt.

Wer also sein Kind früh gegen Berufsunfähigkeit versichert, friert damit dessen guten Gesundheitsstatus für die Zukunft ein und sichert ihm lebenslangen Schutz zu Konditionen, die kein Erwachsener je bekommen kann.

Wichtige Punkte im BU Vertrag

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder lohnt es sich, genau hinzuschauen: Unterschiede in Leistungspaketen und Zusatzoptionen können später erhebliche Auswirkungen haben. Die Tabelle zeigt, worauf beim Vergleich von Tarifen besonders zu achten ist.

KriteriumBedeutung für die Absicherung
des Kindes
NachversicherungsgarantieUnbedingt notwendig: Ermöglicht die Erhöhung der Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung bei wichtigen Lebensereignissen (Berufsstart, Gehaltssprünge).
DynamisierungSehr wichtig: Ermöglicht eine jährliche Erhöhung der Rente (und des Beitrags) ohne Gesundheitsprüfung, um die Inflation auszugleichen und die Kaufkraft der BU Rente zu erhalten.
Verzicht auf Abstrakte VerweisungEssenziell: Stellt sicher, dass die versicherte Person nicht auf eine theoretisch mögliche, andere Tätigkeit verwiesen werden kann.
Besserstellungsgarantie / UmstufungWichtig: Sichert den günstigen Beitragssatz, unabhängig davon, ob später ein risikoreicher Beruf ergriffen wird.
VersicherungsdauerDie Leistungsdauer sollte bis zur Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rente (aktuell 67 Jahre) reichen, um keine Lücken im Alter zu riskieren.
Anfangs-BU-RentenhöheMaximal mögliche Rente von 1.000 € bis 1.500 € wählen, um eine gute Basis für spätere Erhöhungen zu schaffen.
AusschlüsseAusschlussklauseln für Hobbys oder Vorerkrankungen sollten vermieden oder auf das absolute Minimum beschränkt werden. Der Vertrag sollte Schutz auch bei psychischen Erkrankungen bieten.
Quelle: Eigene Recherche
Stand: November 2025

Welche Leistungen Kinder im Ernstfall erhalten

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Die zentrale Leistung der BU Versicherung ist die monatliche BU Rente. Sie dient nicht nur als Ersatz für ein später nicht vorhandenes Einkommen, sondern deckt auch Kosten, die durch eine Erkrankung entstehen können: Therapien, Ausstattung, Betreuung, Lernunterstützung oder Fahrtkosten. In manchen Fällen ermöglicht die Rente auch, dass ein Elternteil die Arbeitszeit reduziert, um das Kind selbst zu pflegen oder zu betreuen.

Viele Tarife befreien die Eltern zudem von den Beitragszahlungen, solange die Berufsunfähigkeit besteht. Manche Produkte beinhalten zusätzlich Einmalzahlungen bei schweren Erkrankungen oder umfassende Nachversicherungsgarantien. Ob solche Bausteine benötigt werden, ist je nach individueller Situation zu entscheiden.

Die richtige Höhe der BU Rente

Da Kinder kein Einkommen erzielen, begrenzen Versicherer die mögliche Rentenzahlung auf 1.000 bis 1.500 Euro im Monat. Wichtig ist, eine BU Rente zu vereinbaren, die Folgendes ermöglicht:

  • Sie deckt zusätzliche Kosten im Alltag (Therapien, Hilfsmittel, Betreuung).
  • Sie gleicht zumindest teilweise den Einkommensverlust eines betreuenden Elternteils aus.
  • Sie lässt sich durch eine jährliche Dynamik anpassen, um den Wert der Rente langfristig stabil zu halten und vor Kaufkraftverlust zu schützen.
  • Sie kann dank einer Nachversicherungsgarantie später ohne erneute Gesundheitsprüfung auf ein bedarfsgerechtes Niveau angehoben werden.

Wichtig ist außerdem, dass der Monatsbeitrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder langfristig ins Familienbudget passt, sodass die Police später nicht wegen finanzieller Engpässe gekündigt werden muss.

Mit diesen Beiträgen müssen Eltern rechnen

Kinder gelten aus Sicht der Versicherer als besonders risikoarm. Deshalb bewegen sich die Monatsbeiträge für BU Versicherungen für Schüler häufig im niedrigen zweistelligen Bereich. Maßgebliche Faktoren sind: Eintrittsalter, Gesundheit, Rentenhöhe und Laufzeit. Wie sich diese Faktoren auf den Beitrag auswirken, zeigt folgendes Beispiel:

Für ein gesundes zwölfjähriges Kind beträgt der Beitrag für eine BU Rente von 1.000 Euro mit Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr im Durchschnitt 30 bis 50 Euro pro Monat. Beginnt der Vertrag erst mit 18 Jahren, liegen die Beiträge oft schon bei 40 bis 60 Euro – bei gleichem Rentenniveau und Ablaufdatum. Der Aufpreis spiegelt die höheren Gesundheitsrisiken von Älteren und die kürzere Laufzeit wider.

Wann die Berufsunfähigkeitsversicherung keine Leistung erbringt

Eine Leistung aus der BU Versicherung ist nicht automatisch garantiert. Hierfür müssen zuallererst die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sein: Die BU Rente fließt erst bei mindestens 50 Prozent Einschränkung der Arbeitsfähigkeit über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten.

Ein weiteres Hindernis kann in der Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten liegen, zum Beispiel wenn bereits bestehende Erkrankungen wie Asthma verschwiegen oder riskante Hobbys wie Extremsport nicht angegeben wurden. Auch vertraglich vereinbarte Ausschlüsse für bestimmte Vorerkrankungen können dazu führen, dass keine Leistung gezahlt wird.

Darüber hinaus greift die sogenannte „konkrete Verweisung“: Die Versicherung kann die Zahlung verweigern, wenn die versicherte Person trotz ihrer Einschränkungen grundsätzlich in der Lage wäre, eine andere zumutbare Tätigkeit auszuüben.

Zwar sind die Möglichkeiten der Versicherung, bei Schülern die Leistung zu verweigern, deutlich enger gefasst als bei Erwachsenen, dennoch unterscheiden sich die Tarife in diesem Punkt erheblich.

Aus diesen Gründen ist es notwendig, die Vertragsbedingungen vor Abschluss sorgfältig zu vergleichen. Nur so lassen sich später böse Überraschungen vermeiden.

Was nach der Schulzeit passiert

Nach dem Schulabschluss geht die BU Versicherung des Kindes automatisch in eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung über. Hierin besteht der große Vorteil eines frühen Abschlusses: Das Kind behält die bestehende Police, sodass kein neuer Vertrag erforderlich ist und die ursprünglich vereinbarten günstigen Konditionen bestehen bleiben.

  • Besonders wertvoll ist dabei die Besserstellungsgarantie: Sie sorgt dafür, dass aus einem risikoarmen Schüler kein risikoreicher Elektriker, Dachdecker oder Polizist mit deutlich höheren Beiträgen wird. 
  • Wer zudem eine Police mit Nachversicherungsgarantie gewählt hat, kann seine BU Rentenhöhe bei Eintritt ins Berufsleben ohne erneute Gesundheitsprüfung (mehr dazu hier) an den neuen Bedarf anpassen. Empfohlen wird, rund 60 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abzusichern, um den Lebensstandard im Ernstfall weitgehend zu halten.

Frühe Vorsorge bringt Sicherheit

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder schützt nicht nur vor den finanziellen Folgen von Krankheit oder Unfall, sondern sorgt auch dafür, dass notwendige Betreuung, Therapien oder Lebenshaltungskosten abgesichert sind.

Wer frühzeitig abschließt, sichert sich günstige Beiträge dank des meist noch einwandfreien Gesundheitszustandes des Kindes. Im Ernstfall sorgt die monatliche BU Rente dafür, dass die Familie handlungsfähig bleibt, wenn das Kind vorübergehend oder dauerhaft Einschränkungen erfährt. 

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Häufig gestellte Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder

Ist eine BU Versicherung für Kinder mit Vorerkrankungen möglich?

Ja. Viele Versicherer prüfen Vorerkrankungen im Detail und entscheiden dann über Zuschläge, Ausschlüsse oder Ablehnung. Mildere Vorerkrankungen wie gut eingestellte Allergien oder ausgeheilte Verletzungen führen nicht automatisch zur Absage, können aber den Beitrag erhöhen. Komplexe Krankheitsbilder wie schwere psychische Erkrankungen, Diabetes oder neurologische Störungen führen hingegen oft zu Einschränkungen im Versicherungsschutz. In solchen Fällen kann eine vollständige, nachvollziehbare und fachlich korrekt aufbereitete Vorbereitung der Gesundheitsangaben helfen, noch akzeptable Konditionen zu erzielen. 

Lässt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder mit Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung vergleichen?

Nein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn die bisherige Tätigkeit – bei Kindern die Schule, später Ausbildung oder Beruf – zu einem erheblichen Teil nicht mehr ausgeübt werden kann. Grundfähigkeitsversicherungen (mehr dazu hier) knüpfen dagegen an den Verlust definierter Fähigkeiten wie Sehen, Gehen oder Greifen an, und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen an die Fähigkeit, überhaupt irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Für Kinder ist der BU Schutz oft umfassender, weil er neben körperlichen auch psychische Erkrankungen und komplexe Krankheitsbilder erfasst. Im Einzelfall können alternative Produkte aber sinnvoll sein, wenn BU Schutz wegen Vorerkrankungen nicht zu bekommen oder zu teuer ist.

Kann eine BU Versicherung für Kinder gekündigt oder beitragsfrei gestellt werden?

Ja. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder ist kein lebenslanger Zwangsvertrag und kann nach den vertraglichen Regeln gekündigt werden. Die Kündigung beendet allerdings den BU Schutz endgültig und macht einen späteren Neuabschluss mit dann möglicherweise schlechteren Gesundheitsdaten erforderlich. Viele Tarife bieten alternativ die Möglichkeit, den Vertrag vorübergehend beitragsfrei zu stellen oder die Rente zu reduzieren, um die Kosten zu senken. Damit bleibt zumindest ein Grundschutz erhalten.


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