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Vergütungen DZ-Bank-Chef kritisiert Boni, Schweizer Migros Bank streicht sie

Wenn trotz wirtschaftlichen Misserfolgs Boni ausgeschüttet würden, solle man davon sprechen, dass Geld für Fehlleistung gezahlt werde, sagte der scheidende Chef der DZ Bank.

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Im Januar werden Uwe Fröhlich und Cornelius Riese die Führung der DZ-Bank von Kirsch übernehmen. Quelle: dpa

Frankfurt Der scheidende Chef der DZ Bank, Wolfgang Kirsch, hat sich am Montag kritisch über Boni geäußert. Die Schweizer Migros Bank kündigte am selben Tag an, künftig ganz auf variable Vergütungen verzichten zu wollen.

„Was mich immer enorm gestört hat, ist, wenn Boni ausgeschüttet werden, und der wirtschaftliche Erfolg ausgeblieben ist“, sagte Kirsch bei der Euro Finance Week in Frankfurt. Man könne in solchen Fällen dann davon sprechen, dass Geld für Fehlleistung gezahlt worden sei.

Schon im Frühjahr hatte er von einer „Bonus-Unkultur“ gesprochen, „die jedes Verständnis von unternehmerischer Verantwortung pervertiert“, sagte er damals laut Redetext bei einer Veranstaltung des IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen-Lippe e.V. „Das muss nicht heißen, dass über Nacht alle Bonussysteme abgeschafft werden. Doch wäre es aus Sicht der Anteilseigner nicht nur konsequent, wenn man herausragende Leistung weiterhin besonders honoriert, aber im Falle des ausbleibenden Geschäftserfolgs auch einen Gehaltsverzicht akzeptieren würde?“

Uwe Fröhlich und Cornelius Riese werden im Januar die Führung der DZ-Bank von Kirsch übernehmen. Das Institut zahlt nach eigenen Angaben Boni nur in einem sehr überschaubaren Rahmen.

Die Migros Bank hatte am Montag mitgeteilt, dass für das Geschäftsjahr 2018 letztmals variable Vergütungen an Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Bei den Betroffenen soll das Fixgehalt einmalig erhöht werden.

Boni bergen laut Migros die Gefahr, dass sich Mitarbeiter „vor allem auf ihre eigene bonusrelevante Tätigkeit konzentrieren – und dabei den Blick fürs Ganze verlieren“, sagte Harald Nedwed, Präsident der Geschäftsleitung.

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