Versicherungsbranche China stützt Versicherer Anbang mit Milliarden-Geldspritze

Knapp acht Milliarden Euro investiert China in den Großversicherer. Anbang geriet wegen seines Gründers zuletzt unter große Kritik.

Versicherer Anbang geriet wegen seiner undurchsichtigen Finanzen und Struktur in die Kritik. Quelle: Reuters

Peking
Ein staatlicher chinesischer Rettungsfonds hat die schiefliegende Versicherungsgesellschaft Anbang Insurance Group mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe gerettet. Anbang teilte am Mittwoch mit, von dem Rettungsfonds 60,8 Milliarden Yuan (7,9 Milliarden Euro) zu erhalten

Anbang wurde im Februar unter staatliche Verwaltung gestellt, nachdem eine weltweite Einkaufstour Fragen zur Finanzkraft des Konzerns aufgeworfen hatte. Anbang gehört beispielsweise das bekannte New Yorker Hotel Waldorf. Gegen den Gründer Wu Xiaohui läuft seit der vergangenen Woche ein Strafprozess. Er ist angeklagt, Investoren betrogen und Unternehmensgelder veruntreut zu haben.

Durch die Kapitalerhöhung steige das Eigenkapital auf 61,9 Milliarden Yuan, teilte Anbang mit. Dies impliziert, dass der Rettungsfonds einen 98-Prozent-Anteil an Anbang hält und Wu und den übrigen Aktionären nur noch kleine Anteile gehören.

Die Finanzspritze werde Anbang helfen, einen stabilen Betrieb aufrecht zu erhalten, schrieb der Versicherer auf seiner Internetseite. Anbang werde nach strategischen Investoren suchen.

Wu hatte Anbang 2004 gegründet. Das Unternehmen wuchs an auf eine Mitarbeiterzahl von mehr als 30 000 und 35 Millionen Kunden. Es bietet Lebensversicherungen, Bankdienstleistungen, Vermögensverwaltung, Leasing und Wertpapierdienstleistungen an.

Wu wird beschuldigt, auf betrügerische Weise von Investoren 65 Milliarden Yuan aufgenommen zu haben und sein Amt zu seinen eigenen Gunsten missbraucht zu haben. Im chinesischen Staatsfernsehen war zu sehen, dass er vergangene Woche ein Geständnis ablegte, doch ein Urteil ist noch nicht verkündet worden.

Die chinesische Staatspartei hat die Verringerung von Finanzrisiken zu einer Priorität gemacht, nachdem steigende Schulden Ratingagenturen im vergangenen Jahr veranlassten, die Bewertungen der Kreditwürdigkeit des Staates zu senken.

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