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Veruntreuung bei „1MDB“ Singapur untersucht die Rolle einer Deutsche-Bank-Managerin im Staatsfonds-Skandal

Beim Staatsfonds „1MDB“ sind mehrere Milliarden Dollar verschwunden. Singapur untersucht nun die Beteiligung einer Managerin der Deutschen Bank.

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Die Deutsche Bank war ein wichtiger Kreditgeber für den malaysischen Staatsfonds. Quelle: dpa

Singapur Singapurs Behörden, die den Multi-Milliarden-Dollar-Skandal bei malaysischen Staatsfonds „1MDB“ untersuchen, nehmen eine neue Person unter die Lupe. Wie mit der Angelegenheit vertraute Informanten berichten, geht es um die Rolle einer scheidenden Top-Managerin der Deutschen Bank.

Tan Boon-Kee war die Chefin des Asien-Pazifik-Geschäfts der Deutschen Bank. Ende August ist sie den Berichten zufolge von Singapurs Behörde für Wirtschaftsangelegenheiten befragt worden. Die Aufsichtsbehörde MAS (Monetary Authority of Singapore) habe die Deutsche Bank über das Ausmaß der Einbindung von Tan in die Geschäfte rund um den Staatsfonds „1MDB“ („One Malaysia Development Bhd“) befragt, hieß es.

Tan trat letzten Monat von ihrer Position bei der Bank zurück und ist derzeit beurlaubt. Ihr wurde damals offenbar kein Fehlverhalten vorgeworfen, dennoch ist unklar, ob ihr Abgang mit der „1MDB“-Untersuchung zusammenhängt. Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg lehnte Tan eine Stellungnahme ab, ebenso wie die Deutsche Bank. Die Polizei Singapurs lehnte unter Verweis auf die laufenden Untersuchungen ebenfalls eine Stellungnahme ab.

Die aktuellen Befragungen sind Teil einer weltweiten strafrechtlichen Untersuchung in Bezug auf Unregelmäßigkeiten beim malaysischen Staatsfonds. Angeblich wurden dort 4,5 Milliarden Dollar abgezweigt. Die Ermittlungen haben sich nach der überraschenden Wahl des malaysischen Premierministers Mahathir Mohamad beschleunigt, der auf eine schnelle Lösung drängt.

Die Deutsche Bank ist unterrichteten Kreisen zufolge auch vom US-Justizministerium zu Einzelheiten ihrer Geschäfte mit „1MDB“ befragt worden.

Die Bank war ein wichtiger Kreditgeber für den malaysischen Staatsfonds. Als globaler Koordinator sollte sie den inzwischen abgeblasenen Börsengang der Energie-Anlagen von „1MDB“ betreuen.

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