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Vienna Insurance Group Wiener Versicherer will die Krise 2021 hinter sich lassen

Österreichs größter Versicherer will sich 2021 wieder dem Vorkrisenniveau annähern. Der Konzern wagt trotz anhaltender Unsicherheiten einen Ausblick auf das Gesamtjahr.

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Das Unternehmen will künftig über Zukäufe wachsen. Quelle: Reuters

Der Wiener Versicherungskonzern Vienna Insurance Group (VIG) blickt trotz anhaltender Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. „Die VIG ist bisher sehr gut durch diese Ausnahmesituation gesteuert“, sagte Konzernchefin Elisabeth Stadler am Dienstag vor Journalisten. „Wir haben den operativen Geschäftsverlauf gut managen können und davon gehen wir auch weiterhin aus“.

Mit massiven Beeinträchtigungen des Versicherungsgeschäfts sei nicht zu rechnen. „Der große Unsicherheitsfaktor liegt eher in der allgemeinen volkswirtschaftlichen Entwicklung und deren Auswirkungen“, so die VIG-Chefin.

Konkret strebt Österreichs größter Versicherer im laufenden Jahr bei stabilen Prämien von 10,4 Milliarden Euro einen Gewinn vor Steuern in der Bandbreite von 450 bis 500 Millionen Euro an. Im abgelaufenen Jahr brach der Vorsteuergewinn nach vorläufigen Zahlen um ein Drittel auf rund 346 Millionen Euro ein. VIG will sich damit 2021 wieder dem Vorkrisenniveau annähern. 2019 wurde ein Vorsteuergewinn von 522 Millionen Euro erzielt.

Nicht berücksichtigt sei im Ausblick der jüngste Zukauf, hieß es. Die Österreicher hatten im November die Übernahme des Osteuropa-Geschäfts der niederländischen Aegon fixiert. Für 830 Millionen Euro werden 15 Gesellschaften in Ungarn, Polen, Rumänien und der Türkei erworben. Für die in 30 Ländern tätige VIG ist das der zweitgrößte Zukauf in der Firmengeschichte.

„Es ist ein großer, wichtiger Schritt, die führende Position in Osteuropa nachhaltig zu festigen“, sagte Stadler. Die Synergieeffekte erwartet sie mit 100 Millionen Euro in den nächsten Jahren. Mit dem Abschluss des Geschäfts rechnet die Managerin am Anfang des zweiten Halbjahres. Für den Konzern bedeutet der Zukauf einen Wachstumssprung. Daten von 2019 zufolge holt sich VIG damit rund 600 Millionen Euro Versicherungsprämien, ein Pensionskassenvolumen von rund fünf Milliarden Euro sowie rund 4,5 Millionen neue Kunden an Bord.

Auch künftig will das Unternehmen über Zukäufe wachsen. Polen sei etwa ein interessanter Markt, wo mit einigen Akquisitionsmöglichkeiten zu rechnen sei, sagte Stadler. VIG werde sich diese Optionen ansehen, sofern sie von der Strategie her passten und der Preis stimme.

Firmenwertabschreibungen drücken Gewinn

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte der Gewinn unter dem Strich um 30 Prozent auf 231,5 Millionen Euro. Grund dafür waren bereits zum Halbjahr vorgenommene Firmenwertabschreibungen in Osteuropa von rund 120 Millionen Euro sowie ein rückläufiges Finanzergebnis.

Die Prämieneinnahmen blieben mit 10,4 Milliarden Euro in etwa stabil. Vor Steuern liegt VIG mit 346 Millionen Euro in der anvisierten Bandbreite von 300 bis 350 Millionen Euro. Die für Versicherungen wichtige Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) konnte auf 95,0 (95,4) Prozent gedrückt werden. Die Dividende werde nun auf 75 Cent je Aktie gekürzt nach 1,15 Euro je Aktie im Jahr davor. An der Wiener Börse verloren VIG-Papiere 2,6 Prozent. 

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