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Volks- und Raiffeisenbanken Verband: Keine Negativzinsen auf breiter Front für Volksbank-Kunden

Banken müssen Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Doch die Institute wollen die Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben.

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Immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken-Kunden nutzen Filialen für ihre Bankgeschäfte. Quelle: dpa

Die Volks- und Raiffeisenbanken haben durch eine kräftige Ausweitung der Kreditvergabe ihren Gewinn stabil halten können. Die Kreditvergabe sei 2019 um 6,3 Prozent und damit noch schneller als im Vorjahr (sechs Prozent) gewachsen, sagte Ingmar Rega, Vorstandschef des Genossenschaftsverbands, am Montag.

Der Verband vertritt etwa 2600 Genossenschaften - darunter 360 Volks- und Raiffeisenbanken - in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg. Dabei waren Immobilienfinanzierungen besonders stark gefragt. Wegen der niedrigen Zinsen legte das Ergebnis vor Bewertung dennoch nur um 0,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu.

„Gerade die kleineren Ortsbanken geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck“, sagte Rega. Es werde zu weiteren Filialschließungen und Fusionen kommen. Durch Zusammenschlüsse sank die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken in den 14 Bundesländern im vergangenen Jahr um 21 auf 360, die Zahl der personenbesetzten Filialen ging um 3,9 Prozent auf gut 4500 zurück. Für dieses Jahr seien bereits zwölf Fusionen angemeldet, sagte der stellvertretende Vorstandschef Siegfried Mehring.

Die Negativzinsen der Europäischen Zentralbanken (EZB) würden bisher nur an relativ wenige Kunden weitergegeben. Aber angesichts des aktuellen Zinsniveaus müssten künftig eine Vielzahl von Instituten auf dieses Instrument zurückgreifen, sagte Mehring.

Die meisten erheben diese aber erst bei Einlagen über 100.000 Euro. „Bisher sind die Einnahmen aus Negativzinsen eher vernachlässigbar“, sagte Mehring. Viel wichtiger sei, dass dadurch einen Anreiz geschaffen werde, Einlagen in andere Investments wie Wertpapiere umzuschichten.

2019 wurden in den Wertpapier-Depots der Mitgliedsbanken 55,3 (Vorjahr: 48,3) Milliarden Euro verwahrt. Das Volumen der in Fonds der Union Investment angelegten Mittel wuchs auf 73,4 (61,9) Milliarden. Wieviel davon auf den kräftigen Anstieg der Börsenkurse im vergangenen Jahr zurückzuführen war und wieviel auf Mittelzuflüsse, konnte der Verband nicht beziffern. So stieg der deutsche Leitindex Dax 2019 um gut 25 Prozent.

Negativzinsen bleiben den meisten Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland nach Einschätzung des Genossenschaftsverbandes weiterhin erspart. Die Institute nähmen den „Schutz des Spargedankens“ sehr ernst, sagte der seit dem 1. Januar 2020 amtierende Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Ingmar Rega, am Montag in Frankfurt. Die Belastungen aus der EZB-Zinspolitik würden bisher nur an relativ wenige Kunden weitergegeben.

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