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Von Robotik bis Blockchain Diese 7 Trends bestimmen die Hannover Messe 2018

Roboter-Arm. Quelle: dpa

Roboter-Arme, Exo-Skelette, 3D-Laserbrillen: Die kommenden Montag beginnende Industrieschau versteht sich auch diesmal als Schaufenster dessen, was in der Industrie von morgen machbar ist.

„Die Fabrik der Zukunft ist eine mitdenkende Fabrik mit dem Menschen im Mittelpunkt“, sagte Messe-Chef Jochen Köckler am Mittwoch in Hannover. Das Messe-Ereignis soll vor allem Orientierung geben und stößt auf wachsendes Interesse im Ausland: rund 60 Prozent der Aussteller kommen mittlerweile von dort.

Bis zum 27. April werden bei der Industrieschau rund 200.000 Besucher erwartet. Über 5.000 Aussteller präsentieren sich auf dem Messegelände - die wichtigsten Trends im Überblick.

  1. Robotik

    Auf der Hannover Messe wuchten sie Autos in die Höhe und schenken Weißbier ein: Roboter sind traditionell ein Hingucker in den Messehallen. Die Absatzzahlen boomen. Im vergangenen Jahr dürften sie laut Branchenverband IFR um 18 Prozent auf 346.000 verkaufte Roboter gestiegen sein. Vor allem die kleinen, sensiblen kollaborativen Roboter sind derzeit auf dem Vormarsch.

  2. 3D-Druck

    Die Industriekonzerne sprechen lieber von additiver Fertigung. Doch fest steht, dass sich der 3D-Druck in immer mehr Branchen durchsetzt. Anfangs wurden vor allem einzelne Prototypen gedruckt. Doch inzwischen setzt sich das Verfahren auch in der Massenfertigung durch.

  3. IoT-Plattformen


    Big Data ist auch in der Industrie das große Thema. Die Maschinen sollen ihre Daten in die Cloud senden. Analysen ermöglichen so eine Optimierung des Betriebs und neue Geschäftsmodelle. Derzeit gibt es etwa zwei Dutzend Internet-der-Dinge-Plattformen, doch Experten erwarten eine Konsolidierung. Siemens hofft, mit Mindsphere eine Art Quasi-Standard zu werden.

  4. Blockchain


    Dass sich die Blockchain nicht nur zum Schürfen digitaler Währungen eignet, haben erst die Finanzdienstleister erkannt – und jetzt die Industrieunternehmen. Die Technologie ermöglicht es ihnen, jeden Produktions- und Lieferschritt fälschungssicher zu dokumentieren. Auch „Smart Contracts“ lassen sich per Blockchain schließen. Dabei werden beispielsweise Rechnungen parallel zur Lieferung in Teilschritten beglichen. Noch steckt die industrielle Anwendung der Blockchain in ihren Anfängen – doch Großkonzerne wie Shell, der zuletzt das Londoner Unternehmen Applied Blockchain gekauft hat, setzen große Hoffnungen in die Technologie.

  5. Die intelligente Fabrik

    Künstliche Intelligenz ist in der IT-Branche das Thema schlechthin – und auch in der Industrie gewinnt es an Bedeutung. In den vergangenen Jahren haben die Unternehmen ihre Produktionsstraßen und Fabriken vernetzt, nun gilt es, aus den Daten neue Erkenntnisse zu gewinnen – etwa mithilfe des maschinellen Lernens. Nach einer Studie der Boston Consulting Group wollen 90 Prozent der Industriemanager in den nächsten drei Jahren künstliche Intelligenz einsetzen. Fast 70 Prozent geben allerdings auch an, dass ihren Firmen die Kompetenzen fehlen, um das schnell hinzubekommen. In diese Lücke wollen IT-Unternehmen stoßen, die auf der Hannover Messe zahlreich ausstellen.

  6. IT-Sicherheit

    Gefürchtet und doch unterschätzt: Viele Maschinenbauer wissen um die Gefahr durch Cyberattacken, tun aber zu wenig dagegen. Das zumindest legt eine Umfrage des Branchenverbands VDMA nahe. So arbeiten viele Unternehmen mit einem veralteten Schutz, oft ist auch die Zuständigkeit für IT-Sicherheit nicht klar geregelt. Und eine Versicherung gegen Cyberschäden haben nur 12 Prozent der Firmen. Die Aussteller gehen das Problem von unterschiedlichen Seiten aus an. Die Deutsche Telekom etwa wird einen Marktplatz für den sicheren Austausch von Daten vorstellen, „Telekom Data Intelligence Hub“ genannt. Mehrere Fraunhofer-Institute sind wieder mit dem „Industrial Data Space“ auf der Messe, wo es ebenfalls um sicheren Datenaustausch geht.

  7. E-Mobilität

    Zu den Schwerpunkten gehört auch die Vorbereitung der Stromnetze auf die E-Mobilität. „Wir sind inmitten von zwei großen Veränderungen: der industriellen Revolution und der Energie-Revolution“, sagte ABB-Konzernvorstand Sami Atiya. Der Konzern präsentiert unter anderem einen elektrischen Formel-E-Rennwagen. Elf Rennen seien weltweit in Städten geplant - darunter am 19. Mai in Berlin. Eine ebenfalls präsentierte neue E-Auto-Ladesäule soll ein Auto mit 300 Kilometern Reichweite innerhalb von nur zwölf Minuten aufladen können.

Zu den wichtigsten Ausstellerländern gehören neben China und Italien das diesjährige Partnerland Mexiko sowie die Niederlande und Frankreich. Die Messe findet mit der Logistik-Messe CeMAT statt, zu der 650 Aussteller aus 40 Ländern angemeldet sind.

Der Geschäftsführer der Industrievereinigung Pro México, Paulo Carreno, warb für sein Land mit den Worten: „Wir sind eine der offensten Volkswirtschaften der Welt.“ Das Gastland will vor allem in den Bereichen Energie, Drohnen und künstliche Intelligenz punkten. Insgesamt sind aus Mexiko 160 Aussteller angemeldet.

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Über den gesamten Hannover-Messe-Zeitraum und auch darüber hinaus, informieren wir Sie in unserem Online-Spezial gezielt zu den neuesten Trends und Themen rund um Industrie 4.0. Zum Spezial geht es hier: Hannover Messe 2018.

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