Vorbereitung auf Börsengang Privatbank OLB ist auf der Suche nach einem IPO-Berater

Der Stellenabbau schreitet voran. Parallel dazu soll der Gang an die Börse voran getrieben werden. Ende des Jahres gibt es ein erstes mögliches Zeitfenster dafür.

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Die Vorbereitungen für einen Börsengang werden konkreter - in Stein gemeißelt ist das Vorhaben aber noch nicht. Quelle: picture-alliance/ dpa

Bei der Oldenburgischen Landesbank, die Finanzinvestoren gehört, werden die Vorbereitungen für einen Börsengang konkreter. Derzeit laufen Gespräche mit Investmentbanken und eine Auswahl zur IPO-Begleitung soll in diesem Quartal erfolgen, erklärte Vorstandschef Stefan Barth in einem Interview mit Bloomberg.

Der Stellenabbau gehe derweil noch weiter.„Im November und Dezember dieses Jahres sehen wir ein erstes Fenster für einen Börsengang. Wahrscheinlicher ist er aber im Frühjahr 2023“, erklärte Barth. Eine Bewertung der Bank von deutlich mehr als einer Milliarde Euro hält er dabei durchaus für realistisch. 

In Stein gemeißelt ist ein Börsengang aber nicht. Zum einen hänge die Umsetzung eines solchen Vorhabens vom Marktumfeld ab, so Barth. Zum anderen seien Fusionen oder Übernahmen als Alternative zum Börsengang nicht ausgeschlossen. „Wir sind offen dafür“, sagte Barth. Auch einen Kauf von Kredit- oder Kunden-Portfolios könne sich die Bank vorstellen.

Barth zufolge ist der deutsche Bankenmarkt unterinvestiert und reif für eine Konsolidierung. „Seit langem wird darüber geredet, passiert ist bislang kaum etwas. Die Aussicht auf steigende Zinsen könnte deutsche Banken wieder attraktiver für ausländische Bieter machen“, sagte er. 

Dass etwas Bewegung in den M&A-Markt für deutsche Banken kommt, zeigt die Aareal Bank AG. Advent International and Centerbridge Partners hatten ein Gebot für den Immobilienfinanzierer abgebeben, waren dann allerdings an der Mindestannahmeschwelle ihrer Offerte gescheitert.

Stellenabbau von 30 Prozent

Auch von Stefan Ermisch, Chef der Hamburg Commercial Bank AG, war mehrfach zu hören, dass er eine aktive Rolle bei der Konsolidierung deutscher Banken spielen wolle. Sein Institut ist die ehemalige Norddeutsche Landesbank.  

Eigentümer der OLB sind Apollo Global Management, der US-Pensionsfonds Teacher Retirement System of Texas sowie die Investment-Firma Grovepoint. Die drei Investoren, die unabhängig voneinander jeweils weniger als 40 Prozent halten, hatten 2014 zunächst die KBC Bank Deutschland AG gekauft und in Bremer Kreditbank umbenannt.

Später übernahmen sie das Bankhaus Neelmeyer von der Hypovereinsbank und die ursprüngliche OLB von der Allianz SE. Zum Schluss folgte dann noch der Kauf der Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank von der Wüstenrot & Württembergische AG. Alles zusammen ist heute die neue OLB.

Derzeit wird die OLB auf Profit getrimmt. Die Eigenkapitalrendite nach IFRS soll von zuletzt 7 Prozent auf mehr als 12 Prozent gesteigert und die Cost-Income-Ratio von 65 Prozent auf unter 50 Prozent gesenkt werden. „Beides wollen wir bereits im laufenden Jahr erreichen“, sagte Barth, zu dessen beruflichen Stationen die Bawag Group AG und die Bayerische Landesbank zählen.

Geplant ist, über alle Segmente zu wachsen

Die Gesamtkosten sollen 2022 auf unter 250 Millionen Euro sinken, verglichen mit etwa 300 Millionen Euro vergangenes Jahr. Dabei helfen dürfte auch eine rund 30-prozentige Reduzierung der Arbeitsplätze. Von den 1.760 Stellen, die es Ende Juni gab, waren Anfang Januar noch rund 1.400 übrig. Ende dieses Jahres werde die Zahl laut Planung bei 1.250 liegen.

Gleichzeitig plant Barth, die Geschäfte der OLB auszubauen. „Wir wollen über alle Segmente wachsen. Im Retailgeschäft. In der Akquisitions-Finanzierung. Und auch in der gewerblichen Immobilienfinanzierung wollen wir mehr machen. Hier hatten wir uns bislang auf Deutschland konzentriert und wollen jetzt auch stärker ins europäische Ausland gehen“, sagte er. 

Im Retailgeschäft hat die OLB traditionell eine starke Basis in der Weser-Ems-Region. Viele Produkte bietet sie inzwischen deutschlandweit an, nutzt dafür aber keine teuren Filialen, sondern Vermittlungsplattformen. So ist sie seit Oktober erstmals mit Konsumentenkrediten auf Check24.de vertreten. Hier liegen die Zahlen laut Barth über den eigenen Erwartungen. Er erwägt, Kredite auch auf anderen Plattformen anzubieten. Aktuell hat die OLB ein Volumen von rund 400 Millionen Euro bei Konsumentenkrediten.

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