Wachstum erwartet GLS-Bank kämpft gegen Probleme durch Zinstief

Die Alternativbank GLS konnte ihre Kundenzahl 2017 trotz der Einführung einer jährlichen Kontogebühr steigern. Der Beitrag war wegen aus dem Zinstief resultierenden Finanzproblemen nötig geworden.

Der GLS-Vorstandssprecher berichtet von steigenden Kundenzahlen. Quelle: dpa

BochumAuch nach Einführung einen sogenannten Grundbeitrags von 60 Euro im Jahr hat die Bochumer Alternativbank GLS die Zahl ihrer Kunden weiter steigern können. Einem Verlust von 18 000 Kunden hätten 20 000 Neuzugänge im vergangenen Jahr gegenübergestanden, so dass sich die Kundenzahl unterm Strich um gut 2000 erhöhte habe, berichtete Vorstandssprecher Thomas Jorberg in Bochum.

Die Alternativbank, die Ende 2017 rund 213 000 Kunden zählte, hatte den sogenannten GLS-Beitrag Anfang des vorigen Jahres im Kampf gegen anhaltende Finanzprobleme durch das Zinstief eingeführt. Im Gegenzug wurden Dispozinsen für Kredite bis maximal 10 000 Euro gestrichen.

Ende 2016 hatte die Bank sich zudem entschlossen, einen sogenannten Minuszins für Inhaber besonders großer Guthaben einzuführen. Nachdem die Schwelle im Frühjahr 2017 von zunächst zwei Millionen auf eine Million Euro gesenkt worden sei, werde nun ein Negativ-Zins von 0,4 Prozent berechnet, sagte Jorberg. Davon betroffen seien derzeit 126 Kunden mit Einlagen von zusammen 310 Millionen Euro. Für kleinere Guthaben unterhalb dieser Schwelle werde ein Nullzins berechnet.

Im vergangenen Jahr konnte die Bank ihr Kreditvolumen vor allem durch die starke Zunahme von Wohnungsbaukrediten um 24,1 Prozent auf rund drei Milliarden Euro steigern. Die Bilanzsumme erhöhte sich um zehn Prozent auf rund fünf Milliarden Euro, während der Bilanzgewinn um 1,4 Millionen Euro auf 7,6 Millionen Euro anstieg. Für 2018 kündigte Jorberg ein „vergleichbares Wachstum“ an.

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