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Währung EZB-Chefin: Notenbank sollte nicht allein über digitalen Euro entscheiden

Christine Lagarde betonte, dass sich viele Europäer eine digitale Währung wünschen. Aber neben der Zentralbank seien die Gesetzgeber gefragt.

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Die Entscheidung über die Einführung eines digitalen Euro kann nach Ansicht von EZB-Chefin Christine Lagarde nicht nur Sache der Notenbank sein. Die Zentralbank schulde es den Europäern, einen digitalen Euro auszuloten, für die künftige Entscheidung seien aber nicht nur die Währungshüter zuständig, sagte Lagarde am Freitag.

„Ich denke, das ist zu wichtig, um es nur einer Zentralbank zu überlassen,“ sagte sie. Auch die Gesetzgeber müssten einbezogen werden. Denn es gebe Fragen zum Datenschutz und „es wirft die Frage der Struktur des Finanzsektors auf.“

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) verwies in einer Fragerunde auf öffentliche Konsultationen der Notenbank zu den Ansichten der Bürger in Europa. „Sie sind sehr interessiert. Sie wollen das“, sagte Lagarde.

Die Virus-Pandemie habe den Prozess noch beschleunigt. Rund 50 Prozent der Europäer würden gerne digital zahlen, sagte die Notenbankchefin.

Bislang hat die EZB noch kein grünes Licht für ein Digital-Euro-Projekt gegeben. Mitte des Jahres soll allerdings darüber entschieden werden. Unlängst hatte sich EZB-Direktor Fabio Panetta zum Thema geäußert und geschätzt, es könnte insgesamt noch rund fünf Jahre dauern bis die Notenbank in der Lage sei, einen digitalen Euro an den Start zu bringen.

Vor allem Zentralbanken kleinerer Länder sind mittlerweile schon wesentlich weiter. So hatten 2020 die Bahamas als erstes Land der Welt eine digitale Version ihrer Währung an den Start gebracht - den sogenannten „Sand Dollar“. Vor wenigen Wochen folgte die Ostkaribische Zentralbank. Sie führte das sogenannte „DCash“ ein.

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