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Währungsbehörde Bundesbank pocht auf Kapitalschlüssel bei EZB-Anleihekäufen

Die Wiederanlage von Geldern aus dem EZB-Anleihen-Kaufprogramm ist ein heißes Pflaster. Sie muss marktneutral geschehen, fordert die Bundesbank.

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Bundesbank pocht auf Kapitalschlüssel bei EZB-Anleihekäufen Quelle: Reuters

Frankfurt Die Bundesbank steht geldpolitisch motivierten Feinsteuerungen bei der Wiederanlage von Geldern aus dem EZB-Anleihen-Kaufprogramm kritisch gegenüber. Das einzige Ziel sei es, die günstigen Finanzbedingungen zu erhalten, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling der „Börsen-Zeitung“ (Mittwochausgabe).

„Es geht für uns nicht darum, durch die Gestaltung der Reinvestitionen einen eigenen geldpolitischen Impuls zu setzen.“ Wuermeling ist bei der Bundesbank unter anderem für das Ressort Märkte zuständig.

Wie Reuters unlängst unter Berufung auf Insider berichtete, gibt es in der Europäischen Zentralbank (EZB) Überlegungen, die Erlöse aus fällig werdenden Titeln, die im Rahmen des billionenschweren Anleihen-Kaufprogramms erworben wurden, etwas stärker in langlaufende Papiere wieder anzulegen. So sollen die langfristigen Zinsen am Markt, die als Richtschnur für Kredite und Hypotheken dienen, niedrig gehalten werden.

Auch bei den Reinvestitionen müsse gelten, dass diese marktneutral geschehen und zu keinen Verzerrungen führen dürften, sagte Wuermeling der Zeitung. „Die Reinvestitionen sollten dem Ziel der Einhaltung des Kapitalschlüssels dienen.“ Dieses Grundgerüst sorgt dafür, dass mehr Staatsanleihen von Ländern erworben werden, die der EZB mehr Eigenkapital zur Verfügung stellen.

Der Anteil der auf ein Land entfallenden Käufe ist dabei ein Spiegel der jeweiligen Wirtschaftskraft. Einer der Insider hatte Reuters gesagt, bei einem stärkeren Fokus auf länger laufende Titel würden kleinere Abweichungen vom Kapitalschlüssel wohl toleriert.

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