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Währungsfonds Frankreich drängt auf europäischen IWF-Chef

Traditionell wird der IWF von einem Europäer geleitet. Doch nach dem Wechsel von Chefin Christine Lagarde zur EZB, führt derzeit ein Amerikaner den Währungsfonds.

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Aix-en-Provence Frankreich drängt die anderen EU-Länder, rasch einen gemeinsamen Kandidaten für die Neubesetzung des Chefpostens beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu präsentieren. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte am Samstag, er werde das Thema mit seinen europäischen Amtskollegen bei einem Treffen am Dienstag in Brüssel besprechen. „Wir müssen einen Kompromiss auf europäischer Ebene finden“, betonte er am Rande einer Wirtschaftskonferenz vor Journalisten.

Hintergrund ist die Nominierung von IWF-Chefin Christine Lagarde für den Chefsessel der Europäischen Zentralbank (EZB) durch die Staats- und Regierungschefs der EU. Lagarde lässt ihre Aufgaben beim IWF daher derzeit ruhen. Der Fonds ernannte ihren Stellvertreter David Lipton zum Interimschef, einen US-Ökonomen.

Traditionell wird der IWF von einem Europäer geleitet und die Schwesterorganisation Weltbank von einem Amerikaner. In französischen Regierungskreisen wurde darauf verwiesen, dass auch der neue Weltbank-Chef David Malpass aus den USA sei. Es gebe daher keinen Grund, dass der IWF nicht weiter von einem Europäer geführt werde. Allerdings stören sich vor allem die aufstrebenden Schwellenländer an dem Duopol und würden gerne selbst mehr Einfluss bekommen.

Als ein möglicher Kandidat der Europäer wird der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, gehandelt, der früher auch die kanadische Zentralbank geleitet hatte. Carney besitzt neben der kanadischen auch die britische und die irische Staatsbürgerschaft und genießt in der internationalen Notenbank-Szene einen guten Ruf.

Aus französischen Regierungskreisen verlautete, die Unterstützung für Carney nehme zu. Es sei möglich, dass Frankreich sich ebenfalls hinter ihn stellen werde. Finanzminister Le Maire selbst hat ausgeschlossen, auf den IWF-Chefsessel zu wechseln. Er wolle die volle Amtszeit auf seinem aktuellen Posten bleiben, sagte er am Freitag in einem Fernsehinterview.

Mehr: Wer folgt Lagarde an die IWF-Spitze: Diese Kandidaten stehen zur Auswahl.

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