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Währungsunion Target 2: Billionen-Forderungen der Bundesbank im Euro-System erneut gesunken

Der deutscher Target-2-Saldo ist erneut leicht zurückgegangen. Die EZB begründet die hohen Bilanzen unlängst vor allem mit den umfangreichen Anleihekäufen.

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Nach neuen Daten der Notenbank verringerten sich die Target-2-Forderungen auf 1,044 Billionen Euro. Quelle: dpa

Die billionenschweren Forderungen der Bundesbank im Zahlungsverkehr des Euro-Raums sind erneut leicht zurückgegangen. Die sogenannten Target-Forderungen verringerten sich im Februar um rund elf Milliarden Euro auf 1,044 Billionen Euro, wie aus neuen Daten der Bundesbank hervorgeht.

Schon im Januar waren sie gesunken. In der 19 Länder umfassenden Währungsunion wird der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr der Geldhäuser über das Verrechnungssystem „Target 2“ abgewickelt. Die Target-Salden zeigen die Forderungen und Verbindlichkeiten an, die bei den nationalen Notenbanken dadurch anfallen.

Die Bundesbank ist in dem System der größte Gläubiger. Spaniens Notenbank dagegen war EZB-Daten zufolge zuletzt der größte Schuldner gefolgt von der Banca d'Italia. Im Februar verringerten sich die Target-Verbindlichkeiten der italienischen Notenbank um rund 15 Milliarden Euro auf 466,94 Milliarden Euro.

Von Volkswirten werden die Target-Salden genau beobachtet. Denn nehmen die Verbindlichkeiten einer nationalen Notenbank zu, könnten dahinter Kapitalabflüsse aus dem Land stehen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) begründete die hohen Target-2-Bilanzen unlängst vor allem mit den umfangreichen Anleihekäufen der Euro-Wächter, die durch das 2020 aufgelegte Pandemie-Programm PEPP verstärkt wurden.

In Deutschland gibt es seit einigen Jahren eine Diskussion darüber, was mit Forderungen passieren könnte, sollte ein Land aus dem Euro aussteigen oder die Währungsgemeinschaft einmal ganz auseinanderbrechen. Einige Volkswirte befürchten, dass die Bundesbank dann auf ihren Forderungen sitzenbleiben könnte. Andere Ökonomen weisen solche Argumente hingegen als Panikmache zurück.

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