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Weltfrauentag Snowboard-Barbies, Jane-Walker-Whisky und „WcDonald’s“ – wie Unternehmen den Weltfrauentag begehen

Unternehmen weltweit lassen sich zum Frauentag einiges einfallen. Nicht immer zur Freude der Frauen.

Die US-amerikanische Fast-Food-Kette drehte zum Weltfrauentag das „M“ im Konzernlogo zum „W“ für „Woman“ um. Quelle: Reuters

Als das weltbekannte „M“ falsch herum auf dem von weitem sichtbaren Stahlpfeiler stand, sah es zunächst wie ein Fehler aus. Vor der Filiale im kalifornischen Lynwood war aus dem „M“ war ein „W“ geworden. Doch wie die Fast-Food-Kette öffentlichkeitswirksam klar stellte, war das Absicht. Zum Weltfrauentag dreht die Fastfood-Kette ihr M auf allen digitalen Kanälen und auch bei einigen Filialen um, um für mehr Gleichberechtigung zu werben.

McDonald’s ist nicht das einzige Unternehmen, das sich besondere Aktionen für den Weltfrauentag ausgedacht hat. Der Whisky-Hersteller Johnnie Walker aus dem Hause Diageo bringt an diesem Donnerstag eine limitierte Ausgabe unter dem Namen „Jane Walker“ heraus: Die Flasche ziert eine elegante Dame im Frack, mit Hut und Stock. Ein Dollar pro Flasche soll an wohltätige Initiativen gehen, die Frauen helfen. Der Spielzeughersteller Barbie bringt gleich eine ganze Kollektion von 17 „Role-Model-Barbies“ heraus. Dazu zählt die Puppe von Frida Kahlo ebenso wie die Snow-Boarderin Chloe Kim und die Nasa-Physikerin Katherine Johnson.

In Zeiten von #MeToo gehört der Einsatz für Frauen zum guten Ton und Imagepflege. Daher wollen viele Unternehmen zeigen, dass sie für Gleichberechtigung und für starke Frauen sind. Die britische Brauerei BewDog hat sogar ein pinkes Bier herausgegeben und will von dem Erlös 20 Prozent für Frauen-Initiativen spenden. Der Fahrdienst Uber hat ein dreiminütiges Video ins Netz gestellt, dass vor allem in Asien mit Vorurteilen gegen Frauen am Steuer aufräumen soll. Die Sportmarke Nike startet zum Frauentag ihre Werbekampagne mit dem Slogan „Until we all win“ – Bis wir alle gewinnen- mit der schwarzen Tennis-Spielerin Serena Williams.

Wie erfolgreich diese Versuche sind, wird sich nicht zuletzt an den Reaktionen in denen sozialen Netzen zeigen. Da kam das pinke Bier von BewDog nicht überall gut an. Und auch die neuen Barbie-Puppen standen in der Kritik: Viele Twitterinnen fällt etwa auf, dass die Mexikanerin Frida Kahlo als Barbie-Puppe viel weißer als in Wirklichkeit ist und ihre durchgehenden Augenbrauen – das Markenzeichen der Malerin – in der Mitte gezupft sind. Da schreibt etwa Isabel Morales: Was? Eine Frida Barbie ? Cool. Warte, was haben sie mit ihrem Gesicht gemacht?

Wie man sieht, muss bei Mattel auch Frida Kahlo den Schönheitsstandards der Barbie entsprechen. Ein seltsames Verständnis von Gleichberechtigung.

Manchmal können Frauentags-Aktionen von Unternehmen allerdings auch noch lange Wirkung zeigen. Ein Beispiel dafür ist das „Fearless Girls“ in Manhattan. Die gerade einmal 1,30 hohe Bronzestatur hatte die Investmentfirma State Street Global Advisors vor genau einem Jahr direkt vor den „Charging Bull“ – den Stier im Financial District im Süden Manhattans – gestellt. Anlass war ein neuer Index-Fonds (ETF) mit dem Namen SHE, den der drittgrößte Vermögensverwalter der Welt aufgelegt hatte und der in Unternehmen mit hohem Frauenanteil investiert.

Gegen das kecke Mädchen, das dem Stier direkt in die Augen schaut, hatte zwar auch der Künstler, der einst den Stier kreierte, protestiert. Doch das Fearless Girl ist längst zur Touristenattraktion geworden und darf – mit dem Segen des Bürgermeisters Bill De Blasio – bleiben.

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