Welthandel Deutscher Exportüberschuss steigt

Waren „Made in Germany“ sind in den USA beliebt. Der Überschuss im Handel mit den USA ist im vergangenen Jahr gestiegen. Dem Präsidenten gefällt das nicht.

Deutschland führte im vergangenen Jahr Waren für 50,5 Milliarden Euro mehr in die Vereinigten Staaten ein, als es von dort bezog. Quelle: dpa

WiesbadenDer von den USA scharf kritisierte Überschuss Deutschlands im Handel mit den Vereinigten Staaten ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führte Deutschland für 50,5 Milliarden Euro mehr Waren in das Land aus, als es vor dort bezog. Im Jahr zuvor hatte der Exportüberschuss bei 48,9 Milliarden Euro gelegen, wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mitteilte.

Deutschland führt seit Jahren mehr Waren in die USA aus als es von dort einführt. Und die Lücke wird größer. Im Jahr 2000 lag der Exportüberschuss den Angaben zufolge noch bei 14,6 Milliarden Euro. Den höchsten Wert seit der Jahrtausendwende gab es 2015 mit 53,5 Milliarden Euro. US-Präsident Donald Trump sind Überschüsse anderer Staaten im Handel mit den Vereinigten Staaten ein Dorn im Auge. Auch andere Länder und die EU kritisieren immer wieder Deutschlands Exportstärke. Zuletzt hatte sich der Ton aber vor allem zwischen Washington und der Europäischen Union verschärft.

Washington erwägt, zum Schutz der heimischen Wirtschaft hohe Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben und Mengenbeschränkungen einzuführen. Die EU drohte daraufhin mit Strafzöllen auf Bourbon-Whiskey und Harley-Davidson-Motorräder. „Wir sind bereit, schnell und angemessen zu handeln, wenn unsere Exporte von US-Handelsbeschränkungen beeinträchtigt werden“, kündigte der Sprecher von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an. Die EU sei der Ansicht, dass der Welthandel frei und fair sein sollte.

Größter Abnehmer deutscher Ausfuhren waren auch im vergangenen Jahr die Vereinigten Staaten, in die Waren „Made in Germany“ im Wert von 111,5 Milliarden Euro exportiert wurden. Es folgten unverändert Frankreich und China.

Gemessen an den Ein- und Ausfuhren behauptete China seine Position als wichtigster Handelspartner Deutschlands. Mit der Volksrepublik wurden 2017 Waren im Wert von 186,6 Milliarden Euro ausgetauscht, wie Wiesbadener Behörde mitteilte. China war bereits 2016 an den USA vorbeigezogen und zum größten Handelspartner der Bundesrepublik aufgestiegen.

Auf Rang zwei standen nach den vorläufigen Zahlen die Niederlande mit einem Warenverkehr mit Deutschland von 177,3 Milliarden Euro. Es folgen die USA mit 172,6 Milliarden Euro an Ausfuhren und Einfuhren zusammengerechnet. Frankreich fiel 2017 hingegen von Platz zwei auf Rang vier zurück.

Im Handel mit Großbritannien warf der bevorstehende Abschied des Landes aus der EU seine Schatten voraus. Die Exporte in das Vereinigte Königreich gingen von 85,9 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 84,4 Milliarden Euro im Jahr 2017 zurück. Damit verlor das Vereinigte Königreich zwei Plätze in der Rangfolge und fiel auf Rang fünf zurück. Nach dem Brexit-Votum im Sommer 2016 hatten sich viele Unternehmen verunsichert gezeigt.

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