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Welthandel WTO-Chef Azevêdo warnt vor Abschwung

Die WTO befürchtet das Aus für das Wachstum im Welthandel. Deutschland würde ein möglicher Handelsstreit besonders empfindlich treffen.

Der WTO-Generalsekretär warnt in Genf vor einem möglichen Abschwung durch einen internationalen Handelsstreit. Quelle: AP

GenfDer weltweite Warenhandel präsentiert sich in einer robusten Verfassung – noch. Denn die Attacken auf den internationalen Warenaustausch durch US-Präsident Donald Trump und die entsprechenden Gegenmaßnahmen anderer Staaten drohen den Schwung der Globalisierung empfindlich zu verlangsamen. Das geht aus dem jährlichen Ausblick hervor, den die Welthandelsorganisation am Donnerstag in Genf veröffentliche.

Danach wuchs der Warenhandel 2017 um 4,7 Prozent. Das war das stärkste Plus seit sechs Jahren, betont die WTO. Im laufenden Jahr 2018, so lautet die Prognose, soll das Plus 4,4 Prozent betragen. Im kommenden Jahr werde es mit plus vier Prozent weiter aufwärts gehen, wenn auch nicht mehr ganz so stark. Allerdings könnten die Prognosen der WTO-Statistiker in sich zusammenbrechen.

Die tatsächlichen Zahlen drohen laut der Organisation nämlich „viel niedriger“ auszufallen, wenn sich die aktuellen Handelskonflikte weiter verschärfen. WTO-Generalsdirektor Roberto Azevêdo betonte: „Ein Kreislauf der Vergeltung ist das letzte, was die Weltwirtschaft braucht.“ Die WTO erkennt schon jetzt, dass die protektionistische Politik das Geschäfts- und Investitionsklima eintrübt.

Gleichzeitig ermahnte der Brasilianer Azevêdo die Regierungen zur Zurückhaltung und zum Dialog. Denn ein kräftiger Warenaustausch zwischen den Ländern stimuliere das Wachstum und schaffe dringend benötigte Jobs.
Insbesondere führende Handelsnationen wie Deutschland leben von einem konfliktfreien Warenaustausch.

Gemäß den WTO-Statistiken hat sich 2017 unter der Top Drei der Exportnationen gegenüber 2016 nichts geändert. Auch im vergangenen Jahr belegte die Bundesrepublik den dritten Rang der Ausfuhrländer.

Deutschland exportierte Waren im Wert von 1448 Milliarden US-Dollar. Auf Platz zwei lagen 2017 die USA mit einem Wert von 1547 Milliarden US-Dollar. Als Exportweltmeister präsentierte sich 2017 erneut China. Die Nummer Eins führte im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2263 US-Dollar aus.

Der Gesamtwert aller Warenexporte betrug 2017 laut WTO 17730 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtwert aller ausgeführten Dienstleistungen belief sich im vergangenen Jahr auf 5252 Milliarden US-Dollar. Führender Exporteur im Bereich Service waren 2017 die USA. Dahinter folgen Großbritannien und Deutschland.

US-Präsident Trump verhängte im März Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren. Später kündigte er Sanktionen gegen Importe aus China in Höhe von Dutzenden Milliarden US-Dollar. Damit will Trump den mutmaßlichen Diebstahl geistigen Eigentums und von Technologie der Amerikaner durch das Reich der Mitte bestrafen. Als Reaktion verhängten die Chinesen Strafzölle auf US-Waren.

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