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Weltkonjunktur IWF sieht Wirtschaft auf Wachstumskurs

Der Internationale Währungsfonds sieht die Weltwirtschaft auf Wachstumskurs. Doch dessen stellvertretender Chef David Lipton mahnt die Industriestaaten und China nun zu Reformen. Denn die Lage könne sich wieder ändern.

Der stellvertretende IWF-Chef will, dass die Zeit für Reformen nutzen. Quelle: Reuters

Washington/BerlinDer Internationale Währungsfonds rechnet mit einem weitern Anziehen der Weltwirtschaft. „Die Zeichen stehen auf rascherem Wachstum in allen Regionen“, sagte der stellvertretende IWF-Chef David Lipton am Montag laut Redetext in Hongkong mit Blick auf die in der nächsten Woche anstehende Revision der Konjunkturprognosen des Fonds. Die Weltwirtschaft werde vorerst ihre starke Verfassung beibehalten. Lipton warnte allerdings auch: „Es ist nicht klar, wie lange es mit diesen guten Botschaften noch weitergeht“. Denn insgesamt befinde sich die Weltwirtschaft in der letzten Phase einer langen, schrittweisen Erholung von der Finanzkrise vor rund zehn Jahren.

Angesichts dessen bekräftigte Lipton die Aufforderung an die IWF-Mitgliedsstaaten, vor allem die reichen Länder, die guten Zeiten für Reformen und System-Reparaturen zu nützen. „Jetzt ist die Zeit, in der man Schwachstellen und strukturelle Probleme angehen sollte, die das nachhaltige Wachstum behindern können, und für Schritte, um für eine stärkere Wachstumskraft zu sorgen für Zeiten, in denen die Konjunktur nicht mehr so gut läuft“, sagte der IWF-Vize.

Gekennzeichnet wird die gute Verfassung der Weltwirtschaft laut Lipton unter anderem dadurch, dass der Handel wieder stärker zulegen dürfte als die globale Wirtschaftsleistung. In Europa habe sich das Wachstum nicht nur erhöht, es sei auch breiter verteilt. In den USA gehe es ebenfalls aufwärts, wobei die beschlossene Steuerreform noch einen Extra-Impuls geben sollte. Zwei Drittel des weltweiten Wachstums aber kämen von Asien - und auch dort blieben die Aussichten günstig. Es gebe aber auch Risiken, wie Preisblasen oder die Möglichkeit unerwarteter geld- und währungspolitischer Änderungen, die die Stimmung an den Märkten kippen und die Kapitalflüsse beeinflussen könnten. Auch durch geopolitische Unsicherheiten drohten Gefahren.

Ganz besonders hängt die weltwirtschaftliche Entwicklung laut Lipton von dem ab, was in China passiert. Für mehr als 100 Länder sei die Volksrepublik ein entscheidender Partner. Und auch im Zukunftsbereich Digitalisierung sei China maßgebend. Hinzu komme Chinas zentrale Rolle als Investor und Geldgeber. Daher wären Unsicherheiten im „Reich der Mitte“ Gift für die Weltwirtschaft. Lipton riet China, den Kurswechsel für ein stärkeres Gewicht auf die Binnenkonsumnachfrage und Privatwirtschaft fortzusetzen. Zudem sollte das Land das Kreditwachstum begrenzen und so mehr für Finanzstabilität tun.

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