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Weltraumforschung „James Webb“-Teleskop erfolgreich ins All gestartet

Es ist viel leistungsfähiger als das Hubble-Teleskop, das der Menschheit bereits viele Erkenntnisse über die Geschichte des Weltalls gebracht hat. Einsatzbereit ist das Teleskop ab dem kommenden Sommer.

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Die Ariane-5-Rakete von Arianespace mit dem James Webb Weltraumteleskop der Nasa an Bord hebt auf dem europäischen Weltraumbahnhof, dem Guiana Space Center in Kourou, Französisch-Guayana, ab. Quelle: dpa

Das „James Webb“-Weltraumteleskop ist nach langer Verzögerung zu seiner Mission ins All gestartet. Das größte und leistungsstärkste Weltraumteleskop, das jemals gebaut wurde, hob am Samstag an einer Ariane-Trägerrakete vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab. Nach dem reibungslosen Start brandeten im Kontrollzentrum Jubel und Applaus auf. Nach jahrzehntelanger Planung und einigen technischen Problemen soll das Teleskop Einblick in die Zeit kurz nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren bieten.

Das zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) teure Teleskop soll innerhalb des nächsten Monats an seinen Einsatzort in 1,6 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde fliegen. Das ist mehr als viermal die Entfernung zum Mond. Weitere fünf Monate wird es dauern, bis die Infrarot-Sensoren bereit sind, um das Weltall zu untersuchen. Erst im Sommer ist also mit ersten Bildern zu rechnen.

Bis dahin kann noch viel schiefgehen. Hunderte Mechanismen müssten genau richtig funktionieren, sagte Nasa-Programmdirektor Greg Robinson. „So etwas haben wir noch nie gemacht.“

Wenn alles gut geht, soll drei Tage nach dem Start das Sonnenschild, das die Infrarot-Detektoren und einen riesigen Spiegel schützt, mit dem Ausfalten beginnen. Danach kommen die Spiegelsegmente heraus, die nach etwa zwölf Tagen komplett geöffnet sein sollten.

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    Die beteiligten Wissenschaftler erhoffen sich Erkenntnisse über das All etwa 100 Millionen Jahre nach dem Urknall. Die Raumfahrtorganisationen der USA, Europas und Kanadas hatten sich für das Projekt zusammengetan. Seit den 1990er Jahren haben Tausende Menschen daran gearbeitet. Zuletzt hatten auch technische Probleme und das Wetter den Start verzögert. Das „Webb“-Teleskop ist deutlich leistungsfähiger als das bekannte Hubble-Teleskop, das 1990 vom Space Shuttle „Discovery“ in den Erdorbit gebracht wurde und nach wie vor funktioniert.

    Die Nasa rechnet damit, dass das „Webb“-Teleskop eine Lebensdauer von zehn Jahren haben wird. Anders als bei Hubble wäre eine viel zu lange Anreise nötig, um kritische Probleme zu beheben. Die Ingenieure bauten „Webb“ aber so, dass der Treibstofftank zugänglich ist, sollte die Menschheit in den kommenden Jahren irgendwann in der Lage sein, ein Betankungsraumschiff zu dem Teleskop zu schicken.

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