Weltwirtschaftsforum Mnuchin billigt Dollarschwäche

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat die Schwäche des Dollars als einen Vorteil für die US-Wirtschaft bezeichnet. Das widerspricht der traditionellen US-Politik, die einen starken Dollar unterstützt.

Steven Mnuchin, US-Finanzminister, hat am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos positiv über die Dollarschwäche gesprochen. Quelle: AP

Davos„Offensichtlich ist ein schwächerer Dollar gut für uns in Bezug auf Handel und Chancen“, sagte Mnuchin am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. „Aber ich denke, längerfristig ist die Stärke des Dollar ein Spiegelbild der Stärke der US-Wirtschaft und der Tatsache, dass er die Haupt-Reservewährung ist und weiterhin bleiben wird.“

Der Dollar ist, gemessen am Bloomberg-Dollar-Index, mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gesunken. Sorgen der Investoren über die protektionistische Agenda von Präsident Donald Trump und die Untersuchung eines Sonderermittlers zu dessen Kampagne im Jahr 2016 haben dazu beigetragen.

Die Kommentare spiegeln die Zweifel der Trump-Administration an einer starken Währung wider, doch kam Mnuchins Feuerstoß zu einem Zeitpunkt, da die USA die globale Elite mit ihrer „America First“-Agenda konfrontieren. Am Vorabend der Treffen in Davos wurden Zölle für Solarzellen und Waschmaschinen eingeführt. Und Handelsminister Wilbur Ross, der sich neben Mnuchin äußerte, stellte weitere Maßnahmen in Aussicht.

„Handelskriege werden jeden Tag ausgetragen“, sagte Ross. „Also findet ein Handelskrieg schon eine ganze Weile statt. Der Unterschied ist, dass die US-Truppen jetzt zum Bollwerk kommen.“

Es ist eine Botschaft, die Trump voraussichtlich am Freitag persönlich überbringen wird, wenn er als erster US-Präsident seit 18 Jahren zum Treffen von Konzernchefs und Investoren nach Davos kommt.

Während Regierungen bis zurück zu Bill Clinton – der letzte Präsident, der Davos besuchte – einen starken Dollar zu einem rhetorischen Grundwert machten, sind Trump und seine Gehilfen weniger stark in ihrer Unterstützung für die Währung. Der Präsident sagte letzten August, er sei der Meinung, dass der „Dollar zu stark wird“, und dass „das letztlich schaden wird“. Mnuchin hat in der Vergangenheit gesagt, ein „übermäßig starker Dollar“ könnte das Wachstum behindern.

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