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Windenergie Siemens Gamesa korrigiert Prognose erneut

Die Windkraft-Tochter von Siemens reagiert erneut auf die Probleme beim Windanlagenbau in Norwegen. Das beeinflusst auch die geplante Umsatzrendite.

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Windkraft: Siemens Gamesa rutscht in die roten Zahlen Quelle: Reuters

Die Siemens-Windkraft-Tochter Gamesa hat ihre Gewinnprognose zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten gesenkt. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (per Ende September) rutschte Siemens Gamesa mit 174 Millionen Euro in die roten Zahlen, wie das Unternehmen im spanischen Zamudio mitteilte.

Ein Grund dafür seien Belastungen von rund 150 Millionen Euro durch größere Verzögerungen bei fünf Windpark-Projekten mit zusammen 1,1 Gigawatt (GW) Leistung, vor allem in Norwegen, infolge des frühen Wintereinbruchs dort. In den ersten drei Monaten 2018/19 hatte Siemens Gamesa noch einen Nettogewinn von 18 Millionen Euro erwirtschaftet.

Mit den neuen Hindernissen lasse sich auch die für 2019/20 geplante Umsatzrendite von 5,5 bis 7,0 Prozent vor Zinsen und Steuern nicht erreichen, räumte Siemens Gamesa ein. Stattdessen peilt Vorstandschef Markus Tacke 4,5 bis 6,0 Prozent an.

Das schockte die Börsianer: In Madrid brach die Gamesa-Aktie um mehr als zehn Prozent ein. Bis Anfang November hatte Tacke noch auf acht bis zehn Prozent Rendite gehofft, musste aber dem anhaltenden Preisdruck bei Windrädern an Land und auf hoher See Tribut zollen. Tacke hatte 2019/20 damals – was das Ergebnis betrifft – als „Übergangsjahr“ bezeichnet. Weitere 600 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden.

Der Umsatz brach von Oktober bis Dezember um zwölf Prozent auf 2,0 Milliarden Euro ein. Das Umsatzziel von 10,2 bis 10,6 Milliarden Euro für 2019/20 sei aber zu 98 Prozent durch feste Aufträge abgedeckt, erklärte Gamesa. Von Oktober bis Dezember gingen allein Aufträge über 4,6 Milliarden Euro ein, 82 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ende 2019 saß Siemens Gamesa auf Aufträgen im Wert von 28,1 Milliarden Euro.

Siemens Gamesa soll in diesem Jahr Teil von Siemens Energy werden, der Energietechnik-Sparte, die der Münchner Konzern im September an die Börse bringen will. Siemens hält 59 Prozent an Gamesa, acht Prozent der Anteile liegen bei der spanischen Iberdrola, mit der es immer wieder Spannungen gegeben hatte.

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