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World Payment Report Auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft?

Weltweit ist das bargeldlose Zahlen auf dem Vormarsch – das traditionell bargeldverliebte Deutschland bildet da keine Ausnahme. In einer neuen Statistik sorgt Deutschland sogar für eine Überraschung.

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Bargeldloses Bezahlen, etwa via Paydirekt, wird in Deutschland immer beliebter. Quelle: dpa

Berlin Hierzulande ändert sich das Zahlungsverhalten vieler Bürger. Zwar langsam, aber doch sichtbar. Eine Entwicklung, die nicht nur in Deutschland zu beobachten ist. Bargeldlose Zahlungen sind weltweit zwischen 2014 und 2015 um 11,2 Prozent gestiegen. Damit wurde das stärkste Wachstum seit zehn Jahren registriert, heißt es im World Payment Report 2017, den das Beratungsunternehmen Capgemini und die französische Großbank BNP Paribas am heutigen Montag präsentierten.

Überdurchschnittlich stark, mit knapp 22 Prozent, stiegen dabei die bargeldlosen Transaktionen in Entwicklungs- und Schwellenländern, während der Zuwachs in sogenannten entwickelten Märkten bei 6,8 Prozent lag. Unter diesen verzeichnete Deutschland ein überdurchschnittliches Wachstum von 8,8 Prozent. 51 Prozent aller bargeldlosen Transaktionen in Deutschland entfielen dabei auf das elektronische Lastschriftverfahren. Dennoch ist Deutschland von einem bargeldlosen Zahlungsverkehr noch weit entfernt – anders als etwa skandinavische Staaten wie Schweden. Der Umsatzanteil von Bargeld bei Einkäufen liegt in Deutschland nach einer Analyse des EHI Retail Institutes noch bei 51 Prozent.

Allerdings dürfte es nicht mehr lange dauern, bis die 50-Prozent-Marke geknackt wird: Der World Payment Report geht von einem weiteren zweistelligen Wachstum weltweit aus. Bis 2020 soll das Volumen der bargeldlosen Zahlungen um durchschnittlich knapp elf Prozent wachsen, wobei Schwellenländer auf 19,6 Prozent kommen sollen und Industriestaaten auf 5,6 Prozent.

Die hohe Affinität zum bargeldlosen Zahlen in Schwellen- oder Entwicklungsländern hängt zum einen mit dem Zustand der Zahlungsinfrastruktur der Händler zusammen zum anderem mit dem Zugang zum Bankensystem. Andererseits werden auch in Industriestaaten mobile Zahlungsmöglichkeiten immer beliebter. Stichworte sind hier Apple Pay, Android Pay und Samsung Pay.

Was Banken in Europa noch Kopfzerbrechen bereitet, sieht der World Payment Report als „bedeutenden Schritt“ auf dem Weg zu einem vollständig digitalen Markt. Die Rede ist von der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD 2, die ab 2018 gelten wird. Damit bekommen junge Finanztechnologieunternehmen, Fintechs genannt, Zugriff auf die Kontodaten der Bankkunden, sofern diese es erlauben und können neue innovative Dienste anbieten. In der Praxis heißt das Zauberwort wohl Kooperation. Fintechs mögen pfiffige Ideen für die Nutzung von Kundendaten haben, doch noch verfügen Banken über die mit Abstand meisten Kunden.

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