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Zahlungsdienstleister Bis zu 350 Wirecard-Gläubiger bei Versammlung in München

Die Gläubiger des Skandalkonzerns Wirecard werden sich kommende Woche in München treffen. Für ein entsprechendes Hygienekonzept sei gesorgt.

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Der Zahlungsabwickler war durch einen Bilanzskandal zusammen gebrochen. Quelle: Reuters

Trotz der Corona-Beschränkungen soll die Gläubigerversammlung des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard mit bis zu 350 Teilnehmern stattfinden. Das Amtsgericht München bestätigte am Freitag, dass die Veranstaltung am kommenden Mittwoch (18. November) im Münchner Löwenbräukeller abgehalten werden soll.

„Das Gericht trägt in Absprache mit dem Insolvenzverwalter durch umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen der Covid-19-Pandemie Rechnung“, hieß es in einer Mitteilung. In dem großen Festsaal finden normalerweise 3000 Menschen Platz, in der Pandemie sind aber nur 350 zugelassen, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffe sagte. Für eine gute Durchlüftung sei gesorgt. In München sind für Mittwoch Temperaturen von 6 bis 12 Grad vorhergesagt.

Die Gläubigerversammlung für die börsennotierte Wirecard AG beginnt um 8.30 Uhr, danach treffen sich über zwei Tage hinweg die Gläubiger von sechs Wirecard-Tochterfirmen. Sie dürften angesichts von mehr als drei Milliarden Euro Schulden nur einen Bruchteil ihrer Forderungen wiedersehen.

Sieben Richter und elf Rechtspfleger sollen im Saal für einen ordnungsmäßigen Ablauf sorgen. Aktionäre des in einem Bilanzskandal zusammengebrochenen Unternehmens gelten nur als Gläubiger, wenn sie die Verluste mit ihren Aktien als Schadenersatzforderungen angemeldet haben.

Insolvenzverwalter Jaffe berichtet auf der Versammlung über den bisherigen Verlauf des Verfahrens, das Ende August eröffnet worden war. Die Versammlung muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn des Verfahrens stattfinden. Einige Auslandstöchter hat Jaffe bereits zugunsten der Gläubiger verkauft.

Im Mittelpunkt des Interesses steht nun das zusammen mit der Wirecard Bank zum Verkauf stehende Kerngeschäft. Als Favorit für eine Übernahme gilt die spanische Bank Santander, auch die britische Telekom-Firma Lycamobile ist interessiert. Ob die Verhandlungen bis zur Gläubigerversammlung abgeschlossen sind, ist aber offen.

Mehr: Der Bund erntet für seine Regulierungspläne viel Kritik. Die Prüferbranche bezweifelt, ob mit den neuen Regeln ein neuer Fall Wirecard verhindert werden kann.

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