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Zahlungsdienstleister Ex-Asien-Chef der Deutschen Bank half Wirecard offenbar bei Geschäftsanbahnung

Der frühere Asien-Chef der Deutschen Bank soll einem Bericht zufolge Treffen von Wirecard-Top-Managern mit Geschäftspartnern organisiert haben.

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Die Deutsche Bank hatte eine jahrelange Kundenbeziehung zu Wirecard. Quelle: dpa

Der frühere Asien-Chef der Deutschen Bank, Werner Steinmüller, hat einem Zeitungsbericht zufolge Wirecard bei der Geschäftsanbahnung in der Region geholfen. Steinmüller, der die Bank inzwischen aus Altersgründen verlassen hat, habe 2019 mehrere Treffen von Wirecard-Top-Managern mit potenziellen Geschäftspartnern organisiert, berichtete die „Financial Times“ am Mittwoch unter Berufung auf Emails. Steinmüller habe sich um solche Gespräche auch noch bemüht, als bei Wirecard im Frühjahr 2020 bereits eine Sonderprüfung der Bilanzen lief.

Die Deutsche Bank erklärte, in China seien erste Kontakte zwischen lokalen Wirtschaftsvertretern und Wirecard hergestellt worden. „Es gab weder ein Mandat noch ein sonstiges Geschäft. Es sind keine Honorare von einer der Parteien an die Deutsche Bank aufgrund dieser Kontaktvermittlungen geflossen.“

Die „Financial Times“ und andere Medien hatten immer wieder über Bilanzunregelmäßigkeiten bei dem Zahlungsabwickler berichtet. Im Juni 2020 wurde bekannt, dass in der Bilanz des ehemaligen Dax-Konzerns 1,9 Milliarden Euro fehlten. Wirecard meldete Insolvenz an. Der ehemalige Firmenchef Markus Braun und weitere Manager sitzen im Gefängnis.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte im Januar vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, für die Deutsche Bank seien die Manipulationen von Wirecard nicht erkennbar gewesen. Deutschlands größtes Geldhaus hatte eine jahrelange Kundenbeziehung zu Wirecard, dazu gehörten Leistungen im Bereich Zahlungsverkehr und Währungsabsicherung. Außerdem hat die Bank eine Wirecard-Anleihe an den Markt gebracht und war Teil eines Konsortialkredits.

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