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Zensurfunktion BSI prüft chinesisches Xiaomi-Handy nach Warnung vor Sicherheitslücken

Litauen warnt vor einer eingebauten Zensurfunktion in Xiaomi-Smartphones. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik reagiert nun.

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Das litauische Verteidigungsministerium hat Verbrauchern empfohlen, den Kauf chinesischer Mobiltelefone zu vermeiden. Quelle: Reuters

Nach Berichten über Sicherheitslücken und eingebauten Zensurfunktionen in chinesischen Mobiltelefonen wird nun auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aktiv. „Das BSI führt derzeit eine technische Untersuchung eines Xiaomi-Mobilfunkgerätes durch“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministerium am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Das BSI hatte vergangene Woche noch zurückhaltend auf Warnungen der litauischen Regierung vor Sicherheitslücken reagiert. Xiaomi hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Das litauische Verteidigungsministerium hatte zuvor Verbrauchern empfohlen, den Kauf chinesischer Mobiltelefone zu vermeiden. Wie die staatliche Cybersicherheitsbehörde des Landes mitteilte, waren einem Regierungsbericht zufolge eingebaute Zensurfunktionen in den Smartphones festgestellt worden.

Die in Europa verkauften Handys des chinesischen Smartphone-Giganten Xiaomi würden Begriffe wie „Freies Tibet“, „Es lebe die Unabhängigkeit Taiwans“ oder „Demokratiebewegung“ erkennen und zensieren, so die Behörde. Auch in bestimmten Telefonen des chinesischen Herstellers Huawei sei eine Sicherheitslücke gefunden worden.

Xiaomi hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und eine unabhängige Prüfung angekündigt. Ein Sprecher hatte Reuters gesagt, dass keine Zensur von Kommunikation zu oder von Nutzern stattfinde. „Wir bestreiten die Charakterisierung bestimmter Ergebnisse und beauftragen einen unabhängigen Experten, die in dem Bericht angesprochenen Punkte zu bewerten“, kündigte ein Xiaomi-Sprecher zudem am Montag an.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics wurde Xiaomi im zweiten Quartal 2021 zum ersten Mal führender Smartphone-Anbieter in Europa und verkaufte dort 12,7 Millionen Geräte.

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