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Zentralbank EZB-Direktorin Schnabel: Kurzfristig höhere Inflation ändert Geldpolitik nicht

Isabel Schnabel bekräftigt das mittelfristige Inflationsziel der Notenbank. Kurzfristige Effekte dürften nicht überbewertet werden, sagt die EZB-Direktorin.

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Die Inflation sei durch die Pandemie zusätzlich belastet, sagt die EZB-Direktorin. Quelle: Reuters

Ein kurzfristiger Anstieg der Inflation wird aus Sicht von EZB-Direktorin Isabel Schnabel keinen großen Einfluss auf die aktuelle Geldpolitik der Europäischen Zentralbank haben.

Kurzfristig könne sich durchaus eine gewisse Dynamik bei der Teuerung entwickeln, sagte das deutsche Mitglied im sechsköpfigen EZB-Führungsgremium in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der österreichischen Zeitung „Der Standard“. Eine solche Entwicklung dürfe aber nicht mit einem anhaltenden Inflationsanstieg verwechselt werden. Dieser trete voraussichtlich nur sehr langsam ein. „Deshalb würde das unsere geldpolitischen Entscheidungen, die auf einen mittelfristigen Horizont ausgerichtet sind, nicht wesentlich beeinflussen,“ fügte Schnabel hinzu.

Die EZB verfehlt ihr mittelfristiges Inflationsziel von knapp zwei Prozent bereits seit Frühjahr 2013. Aktuell ist die Teuerung im Währungsraum sogar negativ: Im Dezember lag sie bei Minus 0,3 Prozent. Dies war bereits der fünfte Monat in Folge mit negativen Inflationsraten.

Schnabel widersprach zudem der Auffassung vom Ende der Inflation. „Die Inflation ist nicht tot“, sagte sie. In den vergangenen Jahren sei die Wirtschaft einer Serie von Schocks ausgesetzt gewesen, was die Inflation gedämpft habe. „Zunächst kam die Finanzkrise, dann die Eurokrise. Solche Schocks werden durch die Modelle nicht erfasst“, sagte die deutsche Ökonomin.

Nun habe die Pandemie die Inflation nochmals deutlich nach unten gedrückt. „Wir erwarten jedoch, dass sich das ändern wird und es 2021, ausgehend von den derzeitigen negativen Niveaus, zu einem Anstieg der Inflation kommen wird“, fügte sie hinzu.

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