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ZEW-Konjunkturbarometer Analysten und Anleger schauen trotz Corona zuversichtlich in die Zukunft

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erwartet eine positive Konjunkturentwicklung für die nächsten sechs Monate. Ab Juli soll die Wirtschaft wieder wachsen.

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Die Finanzmarktexperten rechnen für das dritte Quartal wieder mit einem Wachstum der Wirtschaft. Quelle: dpa

Börsianer blicken überraschend optimistisch auf die Aussichten für die deutsche Konjunktur. Das Barometer ihrer Erwartungen für die nächsten sechs Monate stieg im April um 77,7 auf plus 28,2 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter Analysten und Anlegern mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Anstieg auf minus 42,3 Zähler gerechnet. Die Lage bewerteten die Börsianer dagegen deutlich schlechter: Dieses Barometer brach um 45,4 auf minus 93,9 Zähler ein.

„Die Finanzmarktexperten sehen Licht am Ende eines sehr langen Tunnels“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Für das dritte Quartal rechneten sie wieder mit einem Wachstum der Wirtschaft. „Die Wirtschaftsleistung von vor der Coronakrise soll erst im Jahr 2022 wieder erreicht werden“, fasste Wambach die Stimmung der Experten zusammen.

Andreas Scheuerle, Leiter Industrieländerkonjunktur und Branchenanalysen bei der Dekabank, sagte: „Je dunkler die Nacht, desto heller scheinen die Sterne. Von so tiefen Niveaus kann es nur noch nach oben gehen.“

Doch die Finanzmarktanalysten setzten auch auf die Rettungsmaßnahmen der EZB und der EU-Staaten und bekommen in dieser Sicht Unterstützung durch die Märkte. „Ob die Erwartung eine kurzen, aber extrem schmerzhaften Rezession sich erfüllen wird, hängt letztlich von den Infektionsdaten in den kommenden Wochen ab“, sagte Scheuerle.

Ähnlich äußerte sich auch Ralph Solveen, stellvertretender Leiter der Wirtschaftsforschung bei der Commerzbank. „Natürlich gibt es am Finanzmarkt derzeit unterschiedliche Einschätzungen, wie schnell sich die Wirtschaft von dem aktuellen Einbruch erholen wird.

Angesichts der aktuell katastrophalen wirtschaftlichen Lage geht aber die klare Mehrheit davon aus, dass es auf Sicht von sechs Monaten kaum schlechter, sondern eigentlich nur besser werden kann“, sagte er. Der positive April-Wert zeige, dass diese Gruppe deutlich größer sei als diejenige, die eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage erwartet, was eigentlich wenig überraschend sei.

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