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Zukunft der Banken Britische Großbank HSBC wickelt erstmals Handelsgeschäft per Blockchain ab

Statt fünf bis zehn Tage brauchte die HSBC für die Sendung eines Dokuments nur 24 Stunden, weil sie Blockchain nutzte. Quelle: Reuters

Die Blockchain-Technologie könnte den Neun-Billionen-Dollar-Markt der Handelsfinanzierung revolutionieren. Die britische Großbank HSBC meldet einen Durchbruch.

Blockchain-Projekte gibt es viele, doch bisher scheiterte die dezentrale Buchführung häufig an der Anwendung. Nun vermelden die britische Großbank HSBC und die niederländische Bank ING einen Meilenstein.

Die beiden Banken haben eine Blockchain-Plattform eingesetzt, um einen Kreditbrief eines Importeurs an einen Exporteur zu schicken. Bei dem Geschäft ging es um eine Sojabohnen-Lieferung der US-Firma Cargill von Argentinien nach Malaysia. Statt der üblichen fünf bis zehn Tage habe der Prozess nur 24 Stunden gedauert, teilte die HSBC mit. Die Sendung des Dokuments lasse sich komplett nachverfolgen und reproduzieren. Das zeige, dass Blockchain reif für den kommerziellen Einsatz sei.

Wenn die Technologie sich durchsetzt, könnte sie den neun Billionen Dollar großen Markt für Handelsfinanzierung deutlich effizienter machen. Bisher wird bei jedem Exportgeschäft viel Papier hin und hergeschickt. Die Blockchain-Technologie verspricht eine sichere digitale Abwicklung.

Die Transaktion lief über die Corda-Plattform des Blockchain-Konsortiums R3. Es ist nur eine von vielen Plattformen, und das ist ein Problem: Damit jeder mit jedem handeln kann, müssten alle Transaktionen über eine Plattform laufen. „Der nächste Schritt ist, dass so viele Teilnehmer wie möglich die Plattform nutzen“, sagte Vivek Ramachandran, Innovationschef der Geschäftsbank bei der HSBC, der „Financial Times“. Der Einsatz der Blockchain kann Banken viel Geld sparen, etliche Institute experimentieren daher seit längerem mit der Technologie. ING hatte bereits im Januar Handelsdokumente zu einer Sojabohnen-Lieferung aus den USA nach China über die Blockchain-Plattform ETC abgewickelt. Ebenfalls beteiligt waren damals die französische Société Generale und die niederländische ABN Amro.

Sieben Banken, darunter die Deutsche Bank, HSBC, Société Generale und die italienische Unicredit, sind auch an einer Blockchain-Plattform namens We.trade beteiligt, die aus der Initiative Digital Chain Trade (DTC) hervorging. Die Technologie dazu liefert IBM. Die Plattform richtet sich an mittelständische Firmen und soll ebenfalls die Handelsfinanzierung vereinfachen.

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