Preisfrage: Die Ökonomie der Erdbeere
Die Erdbeersaison ist gestartet. In den kommenden Wochen können Kunden die heimischen Früchte wieder in Hofläden und Supermärkten kaufen.
„Wir gehen davon aus, dass wir beim Erdbeerpreis im Bereich des vergangenen Jahres liegen werden“, sagt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE). Doch wie setzt sich der Preis für eine Schale Erdbeeren zusammen?
Das zeigt eine Beispielrechnung des VSSE. Für eine 500-Gramm-Schale heimischer Erdbeeren geht der Verband hierfür von einem Preis von 4,50 Euro im Lebensmitteleinzelhandel und in der Direktvermarktung aus. Das Beispiel bezieht sich auf die Erdbeerproduktion im Wandertunnel.
0,40 €
Investitions- & Gemeinkosten
+
2,04 €
Anbau & Ernte
+
0,30 €
Gewinnansatz
+
1,76 €
Handelsspanne
=
4,50 €
Bild: imago-images
Quelle: Statistisches Bundesamt
Mit 2,04 Euro je Schale sind der Anbau und die Ernte der größte Posten bei der Zusammensetzung des Erdbeerpreises. Darunter fallen unter anderem die Kosten für Löhne, Pflanzen und Verpackung. Auch die Ausgaben für den Folientunnel zählen dazu.
Investitions- und Gemeinkosten des Betriebs, etwa für Büro und Gebäude, machen demnach insgesamt 40 Cent des Preises aus. Als Gewinn werden in dem Beispiel 30 Cent angesetzt. Für den Verkauf bleibt eine Handelsspanne von 1,76 Euro. Je nach Vertriebsweg schwankt der Händleranteil jedoch teils deutlich.
Gestiegene Kosten haben viele Betriebe in den vergangenen Jahren unter Druck gesetzt. Die Fläche, auf der in Deutschland Erdbeeren angebaut werden, geht seit Jahren zurück. Laut Daten des Statistischen Bundesamts ist die Anbaufläche in zehn Jahren um mehr als ein Viertel gesunken – von 19.434 Hektar im Jahr 2013 auf 14.010 Hektar im vergangenen Jahr. Hunderte Betriebe haben den Erdbeeranbau in dieser Zeit aufgegeben.
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