Highways für Fahrradfahrer: 5 Beispiele, wo auf Autos getrost verzichtet werden kann
Baden-Württemberg, genauer gesagt die Region Stuttgart, soll einen Holz-Highway erhalten. Das hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) Anfang Mai angekündigt. Da hat er das Start-up URB-X besucht, das solche Radschnellwege herstellt. Auf dem Foto sieht man, wie so eine Fahrradstraße aussehen könnte, würden Stadtplaner sie nach New York verfrachten.
Das System ist modular aufgebaut. Mindestens einen Kilometer soll die Strecke lang sein. Ein Kilometer kostet laut Unternehmen etwa 2,5 Millionen Euro. Die Highways bieten laut Hersteller Spuren in beide Fahrtrichtungen und einen rutschfesten Belag. Weil der im Winter zudem beheizt werde, sei die Hochstraße das ganze Jahr über nutzbar.
Woanders sind Städte schon weiter. Denn hoch hinaus können Fahrradfahrer im chinesischen Xiamen längst. Der sogenannte Bicycle Skyway steht auf Pfeilern und ist knapp acht Kilometer lang. Er verbindet mehrere Wohngebiete und Zentren miteinander.
Die Niederlande gelten als besonders fahrradfreundliches Land. Die Fahrradinfrastruktur macht es den Menschen leicht, das Auto stehen zu lassen – dazu gehört auch der schwebende Kreisverkehr in Eindhoven, Hovenring genannt. Ihn gibt es bereits seit zehn Jahren, ein Pylon hält ihn über einer Autokreuzung.
Ein weiteres Beispiel ist Utrecht. Dort gibt es ein Parkhaus nur für Fahrräder. Auf drei Etagen passen über 12.000 Räder, die ersten 24 Stunden sind kostenlos.
In Neuseeland, genauer gesagt in Auckland, wurde eine Autobahnausfahrt zu einem beleuchteten Schnellradweg umgebaut – der sogenannte Lightpath.
Auch hierzulande wurden Projekte nicht nur angekündigt, wie das in Baden-Württemberg. In Hagen wurde beispielsweise erst vor Kurzem die Fahrradbrücke an der Volmemündung eröffnet. Im Vergleich zu den Beispielen aus Neuseeland oder China wirkt das Ganze eher bodenständig – was Radfahrerinnen und Radfahrer, die einfach nur ohne Umwege ans Ziel kommen wollen, aber nicht stören dürfte.