1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Börse
  4. Brainlab bei Börsengang mit bis zu 2,1 Milliarden Euro bewertet

Medizintechnik-SoftwareBrainlab bei Börsengang mit bis zu 2,1 Milliarden Euro bewertet

Der Münchner Softwareanbieter für Medizintechnik setzt seine Börsenpläne um. Die Aktien können bis zum 1. Juli gezeichnet werden. 24.06.2025 - 08:06 Uhr
Das Brainlab Logo, abgebildet am Hauptstandort in München. Foto: REUTERS

Der Münchner Medizintechnik-Softwareanbieter Brainlab macht trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten mit seinen Börsenplänen ernst. Das Unternehmen wird dabei mit bis zu 2,1 Milliarden Euro bewertet. Brainlab will innerhalb einer Woche bis zu 5,2 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 80 bis 100 Euro verkaufen, wie die vor der Umwandlung in eine Europa-SG (SE) stehende Firma am Montag mitteilte. Das Emissionsvolumen läge damit bei bis zu 520 Millionen Euro. 160 bis 200 Millionen davon gehen an das Unternehmen selbst, der Rest an Firmengründer Stefan Vilsmeier, seine Verwandten und den Münchner Finanzinvestor EMH Partners. Die Aktien können von Dienstag an bis zum 1. Juli gezeichnet werden. Das Debüt von Brainlab an der Frankfurter Börse ist für den 3. Juli geplant.

„Das große Interesse der Investoren an Brainlab bestätigt uns darin, dass wir optimal positioniert sind, um die dringend notwendige Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter voranzutreiben und mitzugestalten“, erklärte Vilsmeier. Der angepeilte Börsenwert von Brainlab liegt mit 1,67 bis 2,09 Milliarden Euro allerdings am unteren Rand der im Vorfeld genannten Bewertung, die bis drei Milliarden Euro reichte. Bis zu 26,6 Prozent am Unternehmen sind künftig im Streubesitz.

Die von Brainlab entwickelte Software und die dazugehörigen Instrumente werden zurzeit vor allem bei Gehirn-Operationen und Krebsbehandlungen eingesetzt. Mit den bis zu 200 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung will das Unternehmen in andere Bereiche wie die Orthopädie, Herzoperationen und die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde vordringen. „Die konkreten Pläne (...) umfassen Investitionen in Technologie, die Erweiterung unseres Produktportfolios, Stärkung des Vertriebs sowie die Expansion in angrenzende Bereiche“, sagte Brainlab-Chef Rainer Birkenbach. Dividenden können die Aktionäre erst mittelfristig erwarten, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht.

Von den Besten lernen

Input für die rechte Hirnhälfte

von Manuel Heckel

Nach dem Börsengang sollen bis zu 26,6 Prozent des Kapitals in Händen neuer Aktionäre sein. Firmengründer Vilsmeier, der bisher 50,1 Prozent der Anteile hält, lässt seine Beteiligung auf bis zu 42,6 Prozent verwässern, bleibt damit aber der größte Aktionär – und der starke Mann. Vor dem Börsengang wird Brainlab von einer deutschen AG in eine Societas Europaea (SE) mit einem einheitlichen Führungsgremium (Verwaltungsrat) umgewandelt, dem Vilsmeier vorsitzt. Zusammen mit seiner Familie kontrolliert er auch nach dem Börsengang 53,7 Prozent.

Neben Vilsmeier, seinen Verwandten und Mitarbeitern aus der Entstehungszeit des Unternehmens ist seit 2018 auch der Münchner Finanzinvestor EMH an Brainlab beteiligt. Er verkauft im Zuge des Börsengangs die meisten Aktien und reduziert seinen Anteil von 35,2 auf bis zu 19,7 Prozent.

Brainlab ist der zweite Börsenkandidat, der in diesem Jahr in den streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse strebt. Die Zeichnungsfrist für die Emission des Berliner Auto-Ersatzteilhändlers Autodoc läuft bis Dienstag, die Erstnotiz ist für Mittwoch geplant. Die Aktien dürften aber mit 58 bis 59 Euro im unteren Drittel der Preisspanne verkauft werden, wie eine der begleitenden Banken den Investoren mitteilte.

Bisher waren 2025 nur zwei Unternehmen in das Freiverkehrssegment „Scale“ der Börse gegangen: Während der schwäbische Elektrotechnik-Anbieter Pfisterer am Montag mit 39,65 Euro weit über dem Ausgabepreis von 27 Euro gehandelt wurde, lagen die Papiere des Münchner Software-Spezialisten Innoscripta mit 99,30 Euro deutlich unter dem Einstandspreis von 120 Euro.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick